Geht nicht

Keine verblüffende Erkenntnis: es gibt für den Menschen kein Defragmentieren.
Es wäre das Ende aller Lebendigkeit, wenn wir unsere Gedanken, Gefühle und seelischen Prozesse, wie blaue Würfelchen in eine lineare Ordnung setzen könnten. Dieses Chaos der Empfindung, diese unbestimmten, sich jeder Ordnung widersetzenden Reize und Eindrücke, dieser Zick-Zack aus Glück und Unglück: sie gehören dazu.
Und wer sie hinter sich lässt, wer die Welt hinter sich lässt und die Einsiedelei oder das Kloster auf Dauer vorzieht, der hat nicht begriffen, welches immense Geschenk es ist, auf der Erde sein zu dürfen.
Es ist gut und wichtig, dass der Verstand nach Klarheit und Sicherheit strebt, dass die Seele sich zum Licht hin wendet … aber das Herz muss rasen und ruhen, springen und stolpern und diesen endlosen Strom an Stimmungen, Hemmungen, Irrungen durch unsere Adern pumpen. Wir gehen kaputt, wenn wir das nicht verstehen, wenn wir sichern und halten wollen, wo fließen und staunen die einzige Option ist.
Wir fragmentieren und setzen uns wieder zusammen, wir sind uns zu Zeiten fremd und unverständlich und folgen einem Schicksal, welches wir nicht erklären können.
Wir ahnen und verfolgen Muster, zu denen wir diese Fragmente zusammensetzen und manchmal – für kurze Augenblick – ergeben sie ein Bild, welches wir Wahrheit nennen – für Augenblicke.
Und am Ende geht es darum, dass wir uns genau darum bemühen …

06/17 PGF

13 Kommentare zu “Geht nicht

  1. Ich stimme dir zwar in den Schlussfolgerungen zu, aber ich möchte doch auch sagen, dass selbst ein Leben in einer Höhle/einer Einsiedelei/in einem Kloster davor nicht schützt!
    herzlichst
    Ulli

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