Umlenken

Wenn Liebe fließt, wenn sie, wie Wasser oder wie Licht oder wie eine undefinierbare Energie aus uns heraus in die Welt fließt, dann werden wir, nicht immer entscheiden können, ob sie fließt oder nicht, weil dieses Denken, dieses wertende Denken, das sie behandelt, als wäre sie Geld, welches man nur gibt, wenn man etwas dafür bekommt, sie nicht nur zum Erliegen bringt, sondern letztendlich vernichtet.

Damit die Liebe im Fluss bleiben kann, muss sie frei sein. Frei für sich und frei für den Menschen, der sie empfängt, denn die Menschen wollen nicht nur geliebt werden, sie wollen so geliebt werden, wie sie sich das Geliebtwerden wünschen.
Aber was wird dabei aus uns?
Können wir immer ausströmen, ist nicht selbst die gewaltige Sonne irgendwann ausgebrannt – und erschöpft sich im Spenden?
Wir können müde werden im Lieben und leer und einsam und wir können enttäuscht sein, auch, wenn es keinen Grund gibt. Einfach nur, weil wir müde und leer und einsam sind. So kann es kommen.

Und um aus der Liebe, aus Enttäuschung und Müdigkeit, keinen Geldwert zu machen, müssen wir uns darauf verstehen, diese Kraft, dieses Wohlwollen, diese nicht fassbare Energie umzulenken, zu uns zurück zu lenken und sei es nur dafür, dass wir uns bemühen, auch, wenn wir nichts erreichen, nichts bewirken …
Und, wenn uns das gelingt, wenn wir geduldig die Müdigkeit, die Einsamkeit, die Leere überwinden und uns erfüllen lassen, mit dem was wir versuchen, mit dem was wir erfüllen, dann können wir auch wieder stark werden. Stark und voll, wie uns ein tiefer Atemzug macht.

Und dann strömen wir wieder aus, wieder munter, wieder wohlwollend, weil es keinen anderen Sinn gibt, als an diesem Strömen und Fließen teilzunehmen, denn aus dieser Energie ist alles, das werden kann.

PGF 06/17

12 Kommentare zu “Umlenken

    • Ich danke dir sehr für Kommentar und Angebot:)

      Vielleicht – wer weiß – müssen wir sogar umdenken, weil die Liebe gar nicht zu einem fließen soll …

    • Ich hab´s geahnt: war zu knapp formuliert. Ist aber auch etwas umständlicher zu erklären:
      Wenn man „Die Kunst des Liebens“ von E. Fromm zum Ausgangspunkt nimmt, dann wird/ist Liebe viel zu oft nur im intersexuellen Kontext gedacht, sprich: Paar und Partnerwahl.
      Aber dieser Teil der Liebe ist nur ein Aspekt, neben der elterlichen Liebe, der platonischen zwischenmenschlichen Liebe, der freundschaftlichen Liebe, etc. Die im Text gedacht und umgelenkte Liebe schließt diese Liebesformen mit ein, selbstverständlich auch die, die sich nur auf einen Menschen bezieht.
      Aber vielleicht begrenzen wir uns zu sehr, wenn wir Liebe, als etwas denken, was sich auf „Partner“ im allgemeinen Sinn bezieht. Vielleicht – und das war der Ausgangsgedanke – sollten wir jeden Menschen so lieben, wie er geliebt werden möchte, vielleicht möchte jemand nicht als Partner/in im intersexuellen Sinn geliebt werden, sondern als Freund/in oder umgekehrt, was unserem Bemühen zu lieben, keinen Abbruch tun sollte.

      Falls nicht bekannt, kann ich dir E. Fromm´s Buch ans Herz legen, er beschreibt und erklärt es deutlich besser und nicht so knapp 😉

  1. Wertester, das sind solche Texte, die mir als Pupillenpralinchen nach längerer Absenz das Bloggen wieder munden lassen.

    Danke dafür und natürlich herzliche Grüße gen Blauwassersee (Sie vergessen die Flitscherey nicht?!), Ihre tiefenentspannte Hinterhofgöre aus Lipperlandien.

    • Werteste, ich danke und freue mich fluffig der doppeltagigen Kommunikation.

      Wenn ich vom Flitschen erzählen würde, sie würden nur schimpfen.

      Eine frühsommerlichen Abendgruss
      Ihr Grauer

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