Perspektiven

Das ist wieder einer dieser heiklen Beiträge, bei denen ich beim Tippen die Gefahr des Missverstehens schon ahne –
und doch kann ich es nicht lassen, weil ich nicht glauben, dass wir weiterkommen, wenn wir uns Zusammenhänge nicht klar machen.

Deshalb vorab: Gewalt ist immer falsch und sie ist besonders verabscheuungswürdig, wenn sie sich gegen Kinder richtet.

Das was in Manchester geschehen ist, war ein barbarischer Akt und er war besonders perfide, weil er sich gegen Kinder gerichtet hat. Zum Teil wird im Umkehrschluss eine Religion in Haft genommen, weil die (Einzel-)Täter aus ihr stammen.

Es hat mich nicht viel Recherche gekostet, um herauszufinden, dass allein in Afghanistan, 2016 insgesamt 923 Kinder starben. Je nachdem, wie man den Satz der TAZ versteht, zwischen 200 und 400 durch Attacken der westlichen Allianz.
s. http://www.taz.de/!5381359/

Ich frage mich nun, ob es nicht verständlich wäre, wenn ein einfach lebender Afghane, ohne Zugang zu Bildung, ohne Zugang zu Medien, das Gefühl bekommt, von unserer Kultur angegriffen zu werden.
Denn es sind nicht Straftäter, die eine Religion missbrauchen, sondern offizielle Truppen eines Landes, die das Sterben bringen: auch unsere Bundeswehr, unsere Truppe, unsere gewählte „Handlung“ im Ausland …
Ich glaube, wir sind auf keinem guten Weg, wenn wir dies als Kollateralschäden abtun.

Wohlgemerkt, da sind Syrien, Libyen, der Libanon, die weiteren Konfliktgebiete in Afrika gar nicht erwähnt, und bei der Zahl kindlicher Opfer berücksichtigt.
Wir sollten gegen dieses Sterben und Töten genauso energisch sein, wie wir es sind, wenn es Opfer aus den (vermeintlich) eigenen Reihen zu beklagen gibt.

Es sind immer Kinder, immer Opfer und es ist es immer falsch!

PGF 05/17

3 Kommentare zu “Perspektiven

  1. Meine ehemals einfach lebenden afghanischen und syrischen Flüchtlingsjungs, die vor den Taliban und dem IS flohen, weil sie sonst von ihnen rekrutiert worden wären, würden das wohl nicht so sehen, wie du es darstellst.

  2. Da gibt es eigentlich nichts misszuverstehen, dass unterschreibe ich vollumfänglich!

    Aber Afghanistan ist nach Meinung unserer Bundesregierung ja angeblich ein „sicheres Herkunftsland“, auch weil unser „Wir-sind-nicht-Burka“-Innenminister der Meinung ist, dass Zivilisten dort nicht Ziel, sondern „nur“ Opfer von Terroranschlägen sind…

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