Phasen

Es gibt Phasen der Hilflosigkeit
und Phasen der Sinnlosigkeit,
Phasen der inneren Hölle,
für die sich der Mensch Gott erfunden hat.

Aber Gott, wenn es ihn gäbe, hätte keine Zeit:
er müsste Kriege führen und Lava aus Vulkanen schleudern.

Und so beten die Menschen,
beten solange bis die Phase vorüber ist
und trösten sich Gott habe geholfen,
obwohl es nur die Zeit war.

Und bei denen die Zeit nicht hilft:
die gehen unter, im Schlamm vergeblicher Hoffnung.

Dabei wäre nur eines hilfreich:
neben dem Dulden, neben dem Erleiden:
sich selbst zu helfen oder sich helfen zu lassen
und einen Sinn zu bestimmen.

So wie man früher den Sternen gefolgt ist,
wenn die Erde trostlos war.

Wer ein Mensch, ohne Gott und ohne Sterne, ist
dem bleibt nichts,
als die forschende Wanderschaft
und diese unbestimmte Liebe zum Leben.

PGF 04/17

9 Kommentare zu “Phasen

  1. Ja, das ist der Abstiegs-Gott (ein provinzialer Vulkangott) der angstvollen Geister, die jene gesamte Tiefe des Kosmos bis zu einem gemeinsamen, kleinsten Nenner eingeebnet haben. 😦

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