Offenes Buch

Und dann bin ich wieder das Buch,
in dem du liest,
als hättest du,
schon hundertmal darin gelesen –
und blätterst spielend zwischen den Seiten …

Und dann bin ich der Lesende
und mir ist,
als kenne ich jede Zeile
und geh auf Tuchfühlung mit allen Worten,
als hätte ich sie geschrieben.

Nur – wer schreibt?
Wer schreibt, dass unsere Sprachen sich verstehen?
Wer übersetzt das Du ins Ich?
Gibt es eine stille Sprache insgeheim,
die jene, in einander Lesenden, verbindet?

PGF 03/17

16 Kommentare zu “Offenes Buch

  1. Schönes Liebesgedicht, gefällt mir sehr. „Indem“ ist – zusammen geschrieben – ja die Konjunktion im Sinn von „damit/sodass/dadurch“; ein absichtliches Mehrdeuten oder nur ein Tippteufel?
    Liebe Grüße Richtung Wasser!

  2. „… das Buch, in dem du liest“ ist doch nach dem Komma völlig folgerichtig.
    „indem du liest“ ein Verständnis zu beschreiben wirkt zwar suggestiv, aber wäre grammatisch teuflisch unpassend.
    Dennoch ist es immer schön, die eigenen Gedanken um das Gelesene herum mäandern zu lassen und das Liebesgedicht eines anderen mit den eigenen Vorstellungen auszuschmücken.

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