Offenes Ende

Nein, es sind nicht alle Tage wundervoll und: nein, „Think Positiv“ reicht nicht aus – reicht nicht aus für alles, was größer ist, als kleine Eitelkeit.
Es gehört auch Druck und Stress und Schweiß dazu.
Es gibt auch die schwierigen Tage: kraftraubend, konfliktreich, fragwürdig, ungelöst, herausfordernd und es gibt viele davon.
Und es ist nicht leicht, sondern es ist schwer, wenn man zeitgleich viele Dinge versucht, mit der Chance viel zu ernten oder aber viel zu verlieren.
Und auch dafür, für diesen Kampf, dieses Ringen, diese Anstrengung gilt es dankbar zu sein! Es ist ein Geschenk: sich mit dem Leben messen zu dürfen.
Viel schlimmer, wenn man die Kraft dazu nicht mehr hat oder nicht entwickelt.
Aber mit: „Du musst das nur positiv sehen, du musst nur dran glauben“, blablabla, damit kann man einige Wochen, vielleicht sogar ein ganzes Jahr Illusionen nähren, aber dann platzt die Blase, wenn nicht auch Anstrengung hinzu kommt.
Denn so mitten drin, zwischen all den Fragen, mitten auf dem Seil, wenn man so will, werden die Schritte schwer und die Gedanken schwankend.
Wo will ich hin? Immer eine beklemmende Frage.
Und noch beklemmender: Und was, wenn ich dort bin?
Und noch drängender: Und wer wird dann noch bei mir sein?
Nein! Das Leben hat ein offenes Ende und: „Alles wird gut“, ist grüne Wiese auf der nix wächst.
Es kann gut gehen, es kann schief gehen und es kann vollkommen vergeblich sein,
was immer wir tun …

PGF 02/17

15 Kommentare zu “Offenes Ende

  1. Wenn wir unser Bestes geben, authentisch bleiben, ehrlich zu uns und anderen sind, morgens in den Spiegel sehen können, haben wir doch schon eine Menge gewonnen, oder?

  2. ach — sehr bewegend geschrieben, pe.
    nein, es wird nicht immer alles wieder gut, das lehrt uns das leben.
    manchmal aber trösten diese worte. und manchmal stimmen sie auch. 🙂

  3. Naja, es gibt immer parallel das Gute und das Schlechte im Leben. Wenn 80% gut sind im Leben sind das wohl schon die seltenen und einzigartigen Höhepunkte. Es kommt aber immer auch darauf an, worauf man den Blick richtet.

  4. positives Denken spaltet immer weiter ab, was sich über das Negative definiert. Mehr Tiefe im Denken wird erreicht, wenn das vermeintlich Negative transzendiert und integriert werden kann.

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