Schutz

Vielleicht ist die Gefahr der Blogs, des Social Networking, dass die Zeit „in der Erde“ verloren geht.

Die Zeit, in der der Keim, versteckt, verhüllt, seinen zarten Leib entwickelt und sich differenziert, unentdeckt und heimlich.
Vielleicht treten jetzt zu schnell Verse und Gedanken und wundervolle Schilderungen in die Welt, die noch dunkle Erde bräuchten,
zu ihrem Schutz.
Denn sie sind noch nicht stark genug für die Stürme, die Hitze und die Flut der Öffentlichkeit.

Vielleicht war es sicherer, als der handgeschriebene Zettel, das mühsam getippte Blatt nicht, mit einem Klick, von vielen betrachtet und bewertet werden konnten.
Sicherer für den, der sich da veräußert.
Denn kleben nicht immer etwas Blut, etwas Schweiß, einige Tränen, an jedem Wort?

Treffen Bemühen und Wohlwollen aufeinander oder Eitelkeit und Erwartung?

02/17 PGF

22 Kommentare zu “Schutz

  1. nachdenklich stimmend… ja, da ist sicher etwas dran, lieber pe.
    ich überlege allerdings immer sehr genau, was ich (wann) veröffentliche… ich bemühe mich zumindest.
    liebste grüße!
    d.

  2. Vielleicht ist die Versuchung grösser, sich via Social Media emotional zu entlasten, statt Eindrücke länger mit sich herumzutragen.
    Was ich bedauerlicher finde, ist, dass die Versuchung zu gross ist, die Zeit mit dem Bedienen der Netzwerkinhalte herumdaddelnd zu füllen, statt sich um eigene Gedanken zu kümmern. Und das betrifft sowohl diejenigen, die schreiben, dichten, malen oder komponieren könnten, als auch die, denen nur das Ordnen ihrer Gedanken ein Anliegen ist. Das trifft auf jeden beliebigen Jahrgang zu.

    • Da habe ich bedenken und bin ein real-Life-Vertreter, der jedem Familie und Freunde wünscht, für die komplexen Themen des Lebens.
      Es gibt Blogs, eher weniger bei wordpress, die halte ich für bedenklich, für ihre Betreiber, nicht im Sinn des Fremdschämens, sondern zum Schutz der Privatsphäre.
      Hingegen glaube ich, kann die Diskussion über Positionen sehr anregend sein, wenn es nicht persönlich oder penetrant wird.

  3. Es gilt wohl, dass die meisten Texte, etwas abgehangen und noch einmal genau gelesen, an Qualität gewinnen würden. Es gilt aber auch, dass manchmal – und das ist vielleicht die therapeutische Seite des Bloggens – der Zorn, das unmittelbar Erlebte, auch die Freude, eben auch schnell ausgedrückt, ausgelebt werden will und dass dann der Text eben auch unfertig sein darf, weil er mehr Prozess als Produkt ist.

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