Arjuna

Und dann kommen wieder die anderen Tage, an denen ich zu Politik nichts mehr hören und sagen will
und die Hände und die Gedanken zurück ziehe, als würde ich sie aus Schmutz und Schlamm ziehen.

An denen ich Sehnsucht habe, nach der Welt, in der, der Frühling näher rückt und die Zeit der Aussaat und die Hoffnung auf Sommer.

Es gibt eine sehr schöne Stelle in der Bhagavadgita, in der Arjuna, kurz vor Beginn einer Schlacht auf die Knie sinkt, weil er nicht kämpfen will, weil er des Kampfes und des Widerstreits müde ist.
Auf der anderen Seite des Schlachtfeldes stehen Verwandte, stehen Lehrer und Freunde und er kann sich nicht vorstellen, gegen sie zu kämpfen.
Da enthüllt ihm sein Begleiter, der Gott Krishna, dass alles eine Täuschung ist. Dass solange der Schleier der Maya in der Welt ist, Kampf und Krieg in der Welt sein werden.
Weil keiner sich im anderen erkennt, weil die Einzelteile der All-Seele sich nicht erkennen, sich für feindlich und für Widersacher halten und in den Kampf gegeneinander ziehen.
Und, dass Arjuna nicht gegen andere kämpft, sondern gegen andere Seiten seiner selbst, die er noch nicht begriffen hat.

Die Welt lässt uns also nicht.
Wir sind in der Welt und sie fordert uns heraus!
Sie nimmt uns den Frieden.
Und nur für Stunden, für Stunden, wenn wir tief in die Wälder wandern oder einsam über Höhen spazieren, dann sind wir befreit von der Mühsal und fast wieder rein.
Und auf dem Weg der Erkenntnis.

PGF 02/17

3 Kommentare zu “Arjuna

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