Man kann es anders machen

Man kann, in schwierigen Situationen, auf sehr unterschiedlichen Wegen, mit einem Problem umgehen:
Man kann das Kritisierte polemisch verunglimpfen oder sich auf die eigene Stärke beziehen.

Schon vor der Wahl in Amerika, erschien es mir nicht, als kluge Lösung, dem amerikanischen Volk durch Trump-Bashing klar zu machen, dass es falsch liegt. Ich halte die Hetze, im Sinn der besseren Moral, übrigens auch für falsch, was die kommenden Richtungsentscheidungen in Europa angeht. Ich halte es für klüger, sich auf die eigenen Stärken und Möglichkeiten zu besinnen, für die man die Gegenseite nicht braucht. Dumm, wenn man von der Gegenseite abhängig ist, aber dann hat man im Vorfeld etwas falsch gemacht …

Ich mag es auch im Privaten nicht, wenn mir jemand die ganze Zeit Schlechtes über jemand erzählt, das macht mir denjenigen irgendwann verdächtig.
Es gibt eine Phase des „Danke für den Hinweis, die Warnung, ich mache mir dann mein eigenes Bild“, und eine Phase „Was hast du eigentlich für ein Interesse, dass du permanent diffamieren musst?“.
Das macht mir den Diffamierten nicht automatisch sympathisch, es macht mir nur den der hetzt unsympathisch.

Deshalb würde ich mir wünschen, dass irgendwann eine Phase käme, da wir von unseren tatsächlich praktizierten Werten reden, da wir uns auf das, was wir leisten können und leisten wollen besinnen, da wir zeigen was an uns gut, was uns stark macht, unmittelbar oder auf lange Sicht.
Davon höre ich nichts? Weil da nichts ist, was wir vorzuweisen hätten?

Kritik und üble Nachreden waren von jeher leichter, als Ziele benennen, erklären und umsetzen!

PGF 01/17

16 Kommentare zu “Man kann es anders machen

  1. Welche Beispiele von Trump Bashing meinst du?
    Es ist ja auch eine Definition eines jeden Einzelnen, was er als Bashing betrachtet.
    Meinst du die Medien, wenn ja welche oder die Menschen in der U Bahn?

    • Die Menschen in der U-Bahn kann ich nicht meinen, wir haben hier keine U-Bahn 😉

      Aber, dass wäre auch öffentlicher Raum und wer da seine Meinung kund tun möchte, sollte dies tun, solange ich nicht zuhören muss.

      Die Medien – die es so verallgemeinert nicht gibt – sind es da schon eher, da ich keine Nachrichten mehr sehen, lesen, hören kann, in der nicht vorkommt „Jetzt hat Trump beim Empfang gefurzt“, „Sein Team macht ständig Fehler“, etc.
      Um kritisch gegenüber Trump zu sein, brauche ich nur eine Doku zu sehen, die kam letztens auf Arte, damit war alles gesagt. Aber jetzt hat ihn ein anderes Volk gewählt und, dass die mangelhaft Außenpolitik unserer Kanzlerin uns jetzt zwingt, uns mit diesem Menschen auseinander zu setzen, ist ein von ihr geschaffenes Problem.
      Ich bin schon lange der Meinung wir sollten uns um Europa kümmern. Aber das ist ein sehr breites Thema im Rahmen von „erstmal kontinentale Strukturen schaffen“ (wäre auch für Afrika ein Chance) ehe man transkontinentale Strukturen der Wirtschaft schafft.

      Also Trump-Bashing findest du in allen großen Medien, den ganzen Tag über, in jeder Form.
      Mich würde mehr interessieren, wie wir Griechenland unterstützen, dass die Flüchtlinge dort gut versorgt sind, wie wir mit Großbritannien in einer guten Kooperation bleiben können, trotz Brexit, wie das deutsche Bildungssystem die Strukturmängel der letzten zwei Jahrzehnte verkraften soll, während es eine große Zahl sozialer Problem lösen soll und traumatisierte Flüchtlinge integrieren.

      Also praktisch, was wir tun und nicht, was ich über andere denken soll.

      • Also die Furzgeschichte habe ich nicht gelesen, in der Welt und Zeit standen Artikel die in deine Richtung gehen, bei dieser, die Medien Geschichte sollte man genau hinschauen und lesen.
        Es sind einzelne Journalisten die dort schreiben und es geht um Themen, welche sich gut verkaufen lassen, das ist das Geschäftsmodell einer Zeitung, eines Medienkonzerns.
        Die Politiker fand ich bisher sehr zurückhaltend, mit ein paar wenigen Ausnahmen.
        Ich fand sogar in den besagten Medien gute Artikel, mir scheint Trump hat da etwas geweckt.
        Einige Artikel beschäftigten sich auch mit dem Kapitalismus und dessen möglichen Scheitern, schau dir die Zeit Titelseite an.
        Da ist Marx drauf, nicht Donald.

      • Die Geschichte mit der Flatulenz hatte ich aus einer Zeitschrift für Proktologen …
        nein natürlich nicht.
        Das war (deshalb kein Quellenhinweis und keine Zitiertechnik) ein Beispiel für das Niveau der zugänglichen Berichterstattung.

        Geschäftsmodell und Wahrheitsfindung, ist glaube ich eine gewagte Kombination …

        Die Zahl der Politiker mit Äußerung, ist vielleicht, wie beim gefühlten Wetter.

        Dass es Medien gibt, die gut und differenziert berichten, ist selbstredend und beginnt mich, als Argument, etwas zu langweilen, weil es um die Medien gehen muss, über die sich die breite Öffentlichkeit informiert.
        Dass ich mich, per Euronews, gut informiert fühle, hilft wenig, wenn die breites Masse von NTV und dem Heute-Journal – wie soll man es nennen – informiert wird.
        Dass die „Zeit“ einen guten Artikel schreibt: schön.
        Die Bild und T-Online werden wohl häufiger gelesen und prägen das Stimmungsbild.

        Dass die Zeit ihren Ursprung in der Lizenzpresse hat, ist eine eigene Recherche Wert.

        Aber ich gehe mal mit gutem Beispiel voran.
        Mögen die Medien einen guten Job machen, ich empfehle lieber gut recherchierte Bücher und Dokumentationen die vielschichtig eine Thematik beschreiben.

        Beim Egmont-Verlag ist übrigens Donald drauf und nicht Marx 😉

      • Mich langweilt ein wenig die Auseinandersetzung mit den besagten Medien, im Grunde können sie doch schreiben die Erde ist eine Scheibe, warum stört es jemanden?
        Womöglich weil gedacht wird es geben eine dumme Masse die es glaubt.
        Medien Bashing führt nicht unbedingt zu neuen Sichtweisen, sonder ist unter Umständen ein „Stellvertreterthema“, wie das Wetter😀
        Mir ist das Wetter gerade lieber.

      • Gegen Trump schreibe ich an. Wäre ich vor Ort, würde ich mich den dortigen vielfältigen Arten und Gruppierungen des Protests anschließen. Im Versuch, extrinsisch die Fahne der „checks and balances“ hochzuhalten, die intrinsisch durch die Dominanz der Republikaner im Kongress und im Supreme Court bereits auf Halbmast steht.
        Für die Teile der Presse die ich lese, möchte ich auch zukünftig sicherstellen, dass für sie Pressefreiheit gilt. Das scheint mir in Zeiten der „Lügenpresse“ Rufer ganz wichtig zu sein. Übrigens gilt das auch für Presseorgane, die mir unliebsam sind. Im Grundgesetz ist von Meinungsfreiheit die Rede. Insofern gilt diese auch für die Meinungen der Herausgeber, der Verleger, der Chefredakteure, der Kapitaleigner. Das gilt auch für die Medien, die durch politischen Proporz geformte Meinungen äußern, oder für jene, die sich womöglich um die von dir propagierte (irgendwie abschätzig qualifizierte) „breite Öffentlichkeit“ kümmern. Das gilt auch für Meinungen, die „polemischen“ Charakter besitzen, oder die „Hetze im Sinn der besseren Moral“ darstellen, wie du oben erwähnst. Wer anderes will, dem geben unser Grundgesetz und unsere Gesetze Möglichkeiten zur Klage an die Hand. Ich stehe gerne für die von dir vermisste Wertedebatte zur Verfügung. Auch zur Kritik der Austeritätspolitik in Griechenland, Spanien, Italien. Bildungspolitik und Integrationspolitik, warum nicht. Auch zur Debatte um die Folgen des Brexits. Oder zur Debatte zur Frage Erhalt/Abschaffung des Euro. Oder der Debatte über die Auflösung/den Erhalt der europäischen Union. Darüber hätte ich gerne mal gewusst, was du so tust oder tuen würdest. Darüber denkst, würde mir auch reichen. Vielleicht kann erst der, der sich umfassend informiert, seine Filterblase einmal verlässt, überhaupt das (moralisch?) Richtige tun.

      • Zu aller erst, danke ich dir für den ausführlichen Kommentar/Nachtrag.

        Ausführlicher erklären, was ich „so tue“: kann ich gerne per Mail. In den öffentlichen Raum gehört nicht alles, was ich erklären müsste, um es verständlich zu machen.
        Da ich der festen Überzeugung bin, wir sollten mehr tun, als reden und schreiben, betrifft das was ich tue, mein tatsächliches Leben, welches ich im Blog manchmal andeute, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht ausbreite.

        Hier gerne ein paar Stichpunkte, die man glauben kann oder nicht:

        So schreibaffin ich bin, so wenig glaube ich ans „dagegen anschreiben“, aber das ist eine persönliche Meinung. Man kann seine Meinung äußern, um etwas zu ändern, muss man etwas tun.

        Pressefreiheit sollte auch durch die Besetzung der Aufsichtsräte gewährleistet sein.

        Mit Lügenpresse-Ideologie habe ich nix zu tun. Medienkritik hat nix mit Lügenpresse zu tun.

        Man wird sich immer an einigen meiner Formulierungen aufhängen können, wie „breite Öffentlichkeit“. Ich habe wenig Zeit und so formuliere ich oft knapp, manchmal zu knapp.
        Ich muss darauf vertrauen, dass sich der Leser ein passendes Bild macht, der meine Texte im Zusammenhang liest.

        Die mediale Darstellung Griechenlands konnte ich natürlich nur rein subjektiv bewerten, wenn man Verwandte dort hat, war man gelinde irritiert, was über den „faulen Griechen“ berichtet wurde.

        Ich bin schon immer für Europa, ich bin schon immer der Meinung, dass Völker über eine Währung zusammen schweißen zu wollen, der falsche Weg ist. Das sollte man über Werte.

        Flüchtlinge? So viele, wie man vernünftig versorgen kann und den Schwerpunkt auf die Beseitigung der Kriegsursachen legen und nicht auf Rüstungsexporte.

        Die Filterblase: falls sie impliziert, ich solle mich informieren, ehe ich mir eine Meinung bilde: ich wüsste nicht wem gegenüber ich meinen Informationsgrad ausweisen muss?
        Das Ministerium für Wahrheit? Eine gruslige Vision …

        Ich würde mich dann wieder meinen Texten widmen, für die mir am Abend nur wenig Zeit zur Verfügung steht. Die sollen die Welt nicht ändern, sondern bestenfalls Momente lang etwas friedlicher. Und dann kümmere ich mich wieder, ums Machen, wie ein ewig suchender Zen-Schüler.

  2. Ich habe mal einen Film über Nestle und deren Verkauf und Gewinnung von Wasser gesehen, man hätte diesen Film als Bashing sehen können oder als aufklärenden Bericht über die Nestle Geschäftspraktiken.

    • Filme sind automatisch kein Bashing, weil ich sie nicht ansehen muss.
      Wenn ich sie ansehe, habe ich ein Bedürfnis mich zu informieren und dann komme ich im Fall eines Filmes am Schluss zum Ergebnis, ich wurde gut informiert oder nicht.
      Der Nestle-Film hat übrigens gut informiert 😉

  3. In den Medien entstand in D. eine Kultur der Verunglimpfung des politischen Gegners; inkl. Beleidigungen der Person u.a. unsachliche Kritik. Das geht von „seriösen“ Nachrichtensendern, über talk-shows bis ins Kabarett, wo noch Fäkalsprache und Ausdrücke unterster Schublade zur Belustigung der Hirntoten beitragen. Das Ganze nennt man bashing. Das trifft hauptsächlich die Vertreter rechts der Mitte. Wer dies mit ideologisch geladenen Reportagen vergleicht, leidet unter Wahrnehmungsstörung.

  4. Ach, eigentlich stört es mich nicht sonderlich, wenn wir über Trump herfallen. Das ist ein wenig wie im Karneval. Die Ohnmächtigen haben keine andere Möglichkeit als den Spott. Wenn aber die sogenannten Leitmedien oder die Politik auch bei diesem Ton verharren, und das ist zu befürchten, dann machen wir den gleichen Fehler, den die Amerikaner gemacht haben. Wir unterschätzen ihn bzw. die Interessen, für die er steht.

    • … und machen uns lächerlich, als tratschendes Volk.
      Wobei weder Trump noch die Medien mein ursprüngliches Thema sind, sondern eine allgemeine Tendenz mich stört, Dinge schlecht zu reden, statt Dinge gut zu machen.

  5. Entschuldige, aber die Außenpolitik der Kanzlerin zwingt mich nicht, mich mit Herrn Trump auseinandersetze, auch polemisch, auch meinetwegen bashend.
    Kritik an ihm entbindet mich nicht davon, auch den europäischen „Teller“ im Blick zu halten. Auch und gerade des kritischen Blicks über seinen „Tellerrand“ hinaus. Im Übrigen: Es besteht kein Zwang, keine Pflicht, Unliebsames zu hören oder zu sehen oder zu lesen. Was du praktisch tun sollst, tust du aus eigenem Antrieb und nicht aus Gründen irgendeiner Vorbeterei irgendeiner Pressemitteilung. Langsam ist es enervierend, sich mit Empörungshaltungen deiner Art auseinandersetzen zu müssen. Ein Rat? Auch du solltest dich um praktische Dinge kümmern, wenn dir die Boten unliebsamer Nachrichten auf den Geist gehen. Ist ganz einfach.

    • Der Kommentar ist beredt für meine These: Du sagst nicht was du tust (gegen Trump/für eine frei berichtende Presse), sondern erklärst und unterstellst mir mancherlei.
      Bei der Qualität deines Blogs gehe ich davon aus, dass du, Beiträge zu kommentieren, nicht für „etwas tun“ hältst.
      Darin allerdings stimme ich dir zu: „Es besteht kein Zwang, keine Pflicht, Unliebsames zu hören oder zu sehen oder zu lesen.“

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