Lebenskunst

Auch das ist Lebenskunst – und mehr noch Liebeskunst – zu erdulden, dass ein Glück nur kurz war, dass es nicht die Spanne besaß, die wir erhofften, sondern verblühte unter unserem hoffnungsfrohen Blick … und es trotzdem zu genießen und zu schätzen und zu fühlen: dass auch ein kurzes Glück, bedeutsam und tief sein kann und schicksalhaft; und bewusst werden: in diesem „mehr war es nicht“, wie flüchtig doch alles ist und kostbar, gerade dann, wenn es sich konzentriert, in einen Moment … wenn wir lernen, den Moment loszulassen, von ihm frei zu werden, im Wissen, dass uns nie etwas gehört, dass wir „heiter Raum um Raum durchschreiten“ sollten, dann löst sich etwas in unserer Seele, wird zu einem stillen, feinen Ja, weil unser ganzes Dasein selbst, nicht mehr als ein kleiner Glücksschauer ist, zwischen dem Meer und den Bergen, der Sonne, dem Mond und den Sternen.

PGF 01/17

7 Kommentare zu “Lebenskunst

  1. Ja das ist es. Nicht einfach, aber was ish schon einfach?!…
    Man kann es nicht festhalten, und je mehr man es zu festhalten versucht, desto schneller befreit es sich und ist weg…
    Schöner Beitrag! Lg 😉

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