Medien

Medien sollten uns informieren und nicht sagen, wie wir denken und fühlen sollen. Die Propaganda beginnt mit Kommentaren die uns erklären, dass wir keine Angst haben sollen oder Ruhe bewahren oder demokratisch sein oder Haltung bewahren müssen. 

Medien im eigentlichen Sinn sollten informieren, wie Mathematik: in X hat sich, durch Y, Z ereignet. Nicht mehr, nicht weniger. Was ich über X, Y, Z fühle und denke, wie ich es in Verbindung mit A, B und C von gestern sehe, obliegt meiner Urteilskraft.

Aber so ist es nicht: ich soll sehr selektiv über X informiert werden und Y darüber denken. 

Mich, zu überzeugen, ist aber Aufgabe der Politik, nicht der Medien. Und, ob ich überzeugt wurde will ich regelmäßig per Volksentscheid zum Ausdruck bringen können! Das wäre Demokratie.

PGF 12/16

18 Kommentare zu “Medien

  1. Eigentlich bin ich ja immer Deiner Meinung, aber diesmal nicht so ganz. Irgendwie bin ich dieser Medienschelte einfach müde. Wie sie es machen. machen sie es falsch. Im Übrigen spiegeln „Kommentare“ immer auch eine persönliche Meinung wider, deshalb sind es ja „Kommentare“. Die dort vertretene Meinung kann ich dann teilen, ignorieren oder sonst etwas damit anstellen. Darüber hinaus ist die Welt der Medien so groß, dass ich nach ausreichender Suche sicherlich eine Berichterstattung finde, die mir zusagt.

    Aber natürlich kann man die Art der Berichterstattung kritisieren. Wenn die große Print-Rohstoffverschwendung mit den vier großen Buchstaben heute auf der Titelseite in großen Lettern „ANGST!“ verkündet, ist das sicherlich wenig hilfreich…

    Was den Volksentscheid angeht, so sehe ich das ebenfalls etwas anders. Wir wählen in unserer Demokratie nun mal Vertreter, die für uns entscheiden, und denen wir – im Idealfall – zutrauen, in unserem Sinne zu entscheiden. Und das tun wir unter anderem deswegen, weil wir sicherlich nicht jeden Sonntag zwecks Volksentscheid zur Wahlurne wollen.

    Außerdem ist der Volksentscheid nur bei wenigen Ja/Nein-Entscheidungen überhaupt praktikabel. Dazu kommt noch, dass man dann als Wähler teilweise über verschiedene sehr komplexe Themen zu entscheiden hätte. Und ich als Wähler – ganz persönlich auf mich bezogen – habe in vielen Bereichen gar nicht die ausreichenden Kenntnisse, um angebracht über Dinge wie, was weiß ich, eine Transaktionssteuer z.B., zu entscheiden. Noch habe ich genug Zeit und Muße dazu, mir diese Kenntnisse anzueignen.

    Nehmen wir als Beispiel das Bundesteilhabegesetz, weil mir das Thema am Herzen liegt. Das wurde vor wenigen Wochen, weitgehend unbemerkt, durch den Bundestag gewinkt. Da hätte ich zu gerne mit abgestimmt! Auch weil ich mich mit dem Thema befasst habe. Erfahrungsgemäß wissen aber die Wenigsten, was dieses Gesetz überhaupt ist – obwohl es jeden mal betreffen kann – und eine fundierte Abstimmung per Volksentscheid kann ich mir da nur schwerlich vorstellen.

    So lang sollte mein Kommentar gar nicht werden… 🙂

    • ja, es ist so eine sache mit „den medien“ – so kann man sie eigentlich gar nicht über einen kamm scheren. vielleicht ist es auch mit ein problem, dass es inzwischen so wahnsinnig viele „kanäle“ der berichterstattung gibt. wobei die vielfalt natürlich gut ist, aber ZU viel ist eben auch verwirrend… allerdings kann man als mündiger bürger sich ja eine passende quelle aussuchen 😉

    • Dann lebe ich es „den Medien“ (die es natürlich so nicht gibt) mal vor und genieße die Pluralität der Meinungen. Denn erst die Symbiose der Perspektiven nähert sich Wahrheit 😊

  2. Die Medien. Sind keine Mathematiker. Keine seelenlosen Apparatschiks. Sind Menschen mit Haltungen und Meinungen. Womöglicher Objektivität zwar verpflichtet, aber Objektivität ist nicht immer zu haben wie ein gemessener Blutdruck oder die Pulsfrequenz. Wer Objektivität haben will, sollte sich an den Formalien der Logik orientieren. Aber auch da bin ich mir sicher, dass das Lamento über den angeblich mangelnden objektiven Aussagegehalt der Logik Karriere machen würde. Wir müssen schon selbst, in diesen ungewissen und unsicheren Zeiten, mit unseren inneren Konflikten, Disparatheiten und Widersprüchen klar kommen. Das nimmt uns keiner ab. Und darüber zu jammern, dass es die Medien nicht für uns tun, ist, verzeih mir dieses Wort lieber Georg, unseres Menschseins unwürdig.

    • Nimmt man es mal erkenntnistheoretisch und auf der Basis mancher neurophysiologischen Erkenntnisse, dann ist die gesamte Objektivität eigentlich Kokolores.

      Für mich war der Text eine kleine Replik auf die „postfaktisch“ Diskussion und die im Fall von Berlin folgende Berichterstattung. Die, dass ist mein Empfinden Meinungsmache genannt werden sollte.

      Der Wert und Sinn der Medien in der Theorie, steht für mich außer Zweifel, die aktuell gepflegte Form von Medien und da nehme ich mal euronews raus, ist fern jeder Qualität.
      Da ich im Grenzgebiet die Möglichkeit habe die gleiche Information einheitlich in allen deutschen Kanälen zu vernehmen oder weitaus differenzierter in der Schweiz und/oder Österreich, lässt mich ein gewisses Bild gewinnen. Ich hätte fairerweise „deutsche“ davor setzen müssen.

      Die Stelle an der ich schreibe, die Medien sollten für mich denken, habe nicht gefunden. Ich fordere ja gerade, dass nicht für mich gedacht, interpretiert usw. wird.

      Aber so ist die Welt der Fakten, der Georg heißt eigentlich Peter und Medienkritik, als Menschenunwürdig zu bezeichnen, halte ich dann doch für gelinde überzogen.

      • Die Medien, die ich goutiere, informieren sachlich, behutsam, mit aller notwendigen Vorsicht, aber auch so, dass man dahinter keine Medienroboter erkennt, sondern Menschen. Wo du Meinungsmache siehst, dürfte es sich um die Presseorgane des Springer Konzerns handeln. Denen kann man großräumig aus dem Weg gehen, dazu muss man nicht auf die Medien der Schweiz oder Österreichs ausweichen.
        Dein Urteil über die deutsche Medienlandschaft, die fern jeder Qualität sei, halte ich für nicht haltbar und gießt Wasser auf die Mühlen jener, die sich achso gerne lügengepresst sehen, sich ansonsten aber, wegen ihrer unabweisbaren Informiertheit, auf die Stammtischschenkel schlagen. Ich habe an keiner Stelle geschrieben, dass die Medien dein Denken übernehmen sollen. Ich schrieb davon, dass man von den Medien nicht erwarten kann, dass sie Handlungsanweisungen darüber abgeben, wie wir aus dem eigenen Meinungs- und Gefühlsdilemma herausfinden können.
        Dass ich dich mit Georg angesprochen habe, lieber Peter, ist allerdings ein faux-pas, für den ich mich nur entschuldigen kann.

      • Alles in allem kein Problem: Weder Name noch unterschiedliche Auffassung.
        Wenn man zugespitzt schreibt, um zu schupsen, geht Differenzierung verloren und die kann man einfordern.

        Die Aufzählung endet nicht mit Springer, aber gut.

        Mit der Lügenpresse-Fraktion habe ich nix gemein.
        Das scheint aber gerade eine Lieblingsargumentationsfigur, wenn man sich kritisch zu bestehenden Strukturen äußert.
        Sei´s drum.

        Ich glaube „die Medien“ sind stark genug, meine Meinung zu ertragen 😉

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