Steuergerechtigkeit

Mit der Frage: Und was machst du Samstagvormittag? Sollte man einen Selbstverleger nicht beschäftigen. Die Antwort wird meist wenig mit Freizeit zu tun haben. Wobei, in einer Zeit, in der die Tendenz zum Drittjob geht, gibt es wohl Wenige deren Wochenende noch mit Freizeit zu tun hat. Aber, es gibt Tage da opfert man diese Zeit gerne, weil es im Gesamten vorwärts geht.
Und dann gibt es Fälle, in denen Stirnrunzeln der mindeste Ausdruck von Missfallen ist, dass Einstecken der Nadel in die Voodoo-Puppe der wünschenswertere.
Heute Morgen hatte ich das große Vergnügen, der hiesigen Steuerbehörde schriftlich zu erklären, weshalb ich denn mit meinen Büchern noch immer kein Geld verdiene. Ich solle erklären, wie ich das zukünftig erreiche oder mitteilen, wann ich meine Tätigkeit einstelle … steht da so.
Da es meiner Galle jetzt besser geht und mein Puls sich langsam normalisiert, folgt meine Antwort im weiteren Verlauf, für alle die sich inspirieren lassen wollen oder Ideen habe, die ich vergaß.
Zum Datenschutz habe ich in der öffentlichen Form auf Zahlen verzichtet und die ein oder andere Passagen allgemein gehalten, aber ich hoffe der Kern des Themas bleibt erhalten.
Letztlich geht es um eine gestorbene Kulturförderung, um Steuergerechtigkeit und um einen Staat der immer mehr einsackt, aber seiner Pflicht für Bildung, Kultur, Gesundheit, Sicherheit und Infrastruktur zu sorgen, immer fahrlässiger nachkommt.

Sehr geehrte Frau XXX

Bezüglich Ihres Schreibens vom XXX:

Vermutlich ist die Überprüfung der Gewinnermittlung regelhaft, auch, wenn sie im Rahmen einer künstlerischen Nebentätigkeit etwas unpassend erscheint.

Anders, als ein reiner Unternehmer, zahle ich ja durch mein Angestellten Verhältnis Steuern, auch, wenn ich durch meine Nebentätigkeit (noch) keine Einnahmen verbuchen kann. Dass eine Gewinnerwirtschaftung, im künstlerischen Bereich mehr Geduld und andere Zeiträume benötigt, liegt eigentlich auf der Hand, mag aber steuerrechtlich nicht berücksichtigt werden. Bei immer weiter eingeschränkter Kulturförderung bleibt Künstlern meist nur der Weg, selbst in Vorlage zu gehen, um eine künstlerische Tätigkeit fortzuführen. Dies nur als allgemeine Anmerkung.

Zu meinem speziellen Fall: Wie Sie schreiben hat sich in den Jahren XXX bis XXX jeweils ein Verlust durch meine Tätigkeit ergeben. Wie Sie der nächsten Steuererklärung entnehmen können, hat sich aber mit dem Jahr 2016 eine Änderung ergeben: Im Jahr 2016 habe ich zwischen XXX und XXX Bücher (als Ebooks) verkauft, die genauen Zahlen werde ich der nächsten Steuererklärung, mit Nachweis, beifügen. Das ist für einen Schriftsteller im Selbstverlag eine ordentliche Basis, um weitere Leser zu gewinnen. Deshalb habe ich im Sommer 2016 eine Fortsetzung („Die Rückkehr“) des Buches veröffentlicht, welches sich mit Beginn 2016 gut verkauft hat („Die Heimkehr“). Selbstverständlich hat das auch wieder Kosten verursacht (Lektorat), aber zumindest komme ich (…) in den Bereich kostendeckend zu arbeiten. Auf Grund meiner (…), in meiner angestellten Beschäftigung, weiß ich, wie wirtschaftliches Arbeiten funktionieren muss, das nur am Rande.
Ich muss zu diesem Zeitpunkt noch keinen Gewinn erwirtschaften, da ich doppelt arbeite und mein Auskommen, über meinen Erwerbsberuf gewährleistet ist. Wenn dies steuerrechtlich nicht berücksichtigt werden kann, bin ich offen, meine Nebentätigkeit nicht mehr anzugeben, wenn gleichzeitig gewährleistet ist und schriftlich bestätigt, dass ich künftige Gewinne aus meiner schriftstellerischen Tätigkeit nicht mehr versteuern muss. Falls dies nicht möglich ist, werde ich meine Gewinnermittlung und meine Tätigkeit, als Schriftsteller in der gleichen Form fortführen und steuerlich berücksichtigen lassen, wie bisher. Immerhin gewinnt der Staat auch Steuern über jedes meiner verkauften Bücher und über jede externe Dienstleistung (Lektorat) die ich in Anspruch nehme (Umsatzsteuer).

Um Ihre Frage zu beantworten, was ich denn tue, um zukünftige Gewinne zu erreichen, verweise ich Sie gerne auf meinen Blog http://www.literaturfrey.com dem mittlerweile XXX folgen, Statistiken zu Besucherzahlen kann ich gerne nachreichen. In diesem Jahr komme ich auf XXX gelesene Artikel.
Die Werbung über Amazon verläuft automatisiert durch das Unternehmen (per „Leser die dieses Buch gelesen haben, haben auch …, etc.). Das Gleiche gilt für Neobooks (Droemer/Knaur-Verlag). Dazu kommen Artikel in Printmedien, siehe beigefügten Artikel.
Und selbstverständlich schreibe und veröffentliche ich weitere Bücher. Damit die jemand kauft benötigen sie eine ausreichende Qualität, dazu gehört zwingend eine Lektorat/Korrektorat, das bringt wieder Kosten mit sich. Den Satz, die Covergestaltung, alle Werbemaßnahmen über twitter, facebook, meinen Blog, per Printmedien organisiere ich selbst, in der Gewinnermittlung, wieso viele andere Kosten übrigens nicht vermerkt …

Ich hoffe dies beantwortet Ihre Fragen ausreichend.

Mit freundlichen Grüßen

5 Kommentare zu “Steuergerechtigkeit

    • Ich danke dir. Der Galle geht es besser, ich komme also langsam wieder in den Genuss-Modus 😉
      Ich weiß nicht, ob: Bundesland Bayern manches erklärt …
      Auch dir ein schönes WE, (von hier aus gesehen, wahrscheinlich irgendwo nördlich)

  1. Sehr gut! Da sitzt wohl ein besonderer Kleingeist in „deinem“ Finanzamt?! Nun darf er/sie denken, hihi
    weiterhin Erfolg und einen guten Schreibefluss wünscht dir
    Ulli

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