Unterschiedliches Bestreben

Wenn du auf Genuss aus bist, genügt ein Schnupfen, um ihn dir zu verderben, strebst du nach Gesundheit, genügt dir frische Luft, um zu genießen.

PGF 12/16

13 Kommentare zu “Unterschiedliches Bestreben

    • Prinzipiell steht mir nicht zu, irgendjemand die Fähigkeit zum Genuss abzusprechen, das gilt natürlich auch für Menschen mit Handicap.

      Was Genuss ausmacht, was ihn stört, ist eigentlich seit Epikur alles gesagt.

      Der edle Rotwein, den die Schnupfennase nicht mehr schmeckt, wäre ein Bespiel.

      Ein anderes, was mich meine tägliche Arbeit sehen lässt:
      Menschen im künstlichen Koma sind häufig invasiv beatmet, heißt: per Luftröhrenschnitt wird eine Kanüle direkt in die Luftröhre eingeführt. Diese Kanüle hat unterschiedliche Größen und wird meist, mit einem kleinen Luftkissen „geblockt“.
      Wenn die Patienten aus dem Koma erwachen und sitzen können, beschäftigen sich (zu meist) Logopäden damit die Kanüle zu entblocken, die Schluckfähigkeit zu testen und einen ersten Essversuch zu unternehmen.
      Für diese Menschen, die wochenlang im Koma lagen und weder Flüssigkeit noch Nahrung zu sich nehmen konnten, ist das (angefärbte) Apfelmuss meist ein riesiger Genuss. Auch Vorfreude auf eine kommende Haxe oder einen Kaffee wird nicht selten geäußert.
      Aus dem Elend schwerster Krankheiten erhebt sich die Sehnsucht, das Leben genießen zu können.
      Also: Ja, auch ein Kranker kann genießen. Aber meist dämmert erst dann das Bewusstsein, was Gesunde alles genießen, ohne es zu schätzen.

      In diesem Sinn, ist erhaltene Gesundheit der größte Genuss, zumindest nach meinem Ermessen …

      • oh, peter… JA.
        das erinnert mich an eine skizze (https://versspruenge.wordpress.com/2016/08/03/skizze-20/), die ich schrieb, als meine tochter einen virus hatte, oder was auch immer das war, bei dem sie jedes mal, wenn sie etwas essen oder trinken wollte, heftige bauchschmerzen bekam. (aber sie hatte appetit, das war das gemeine.) da empfand sie abgekochtes wasser als genuss! (das vertrug sie)
        wie gesagt, alles eine frage der perspektive – und viel zu sehr nehmen wir alles mögliche als selbstverständlich hin… ich versuche mir das so oft wie möglich ins bewusstsein zu rufen, was für ein glück es ist, gesund zu sein. zum beispiel.
        liebe grüße!

      • Verstehe ich. Ändert nichts daran, dass der Aphorismus für mich unklar ist. Deinen Kommentar empfinde ich als berührender und literarischer als den Zweizeiler. Was alles an der Quintessenz ja nichts wegnimmt: Gesundheit ist in der Tat ein wahrer Genuss. Eine gute Nacht an den See!

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