Filter

Ich rätsele darüber schon seit ich denken kann,
aber vielleicht gehört das dazu,
das man rätselt und es nicht benennen kann.

Ich habe es lange für eine Schwäche gehalten
und vielleicht ist es das,
so etwas wie Krallen die fehlen oder scharfe Zähne.

Vielleicht ist es gut, wenn man durch irgendein blindes Gefühl,
wie Zorn oder Begeisterung
die Lügen nicht wahrnimmt,
das Wahre für Lüge hält,
weil es nicht passt zu diesen irr gewordenen Sinnen.

Oder vielleicht braucht man ganz viel Verstand,
vielleicht muss man klug genug sein die Fakten, mit noch mehr Fakten zu verwässern,
um das Naheliegende zu belächeln.

Es kann auch sein, dass man einen Gott braucht,
einen sturen, formbaren
oder irgendeinen Glauben an irgendeinen Erdgeist in irgendeinem Stein,

damit man nicht von der Fülle an Möglichkeiten,
an Wahrheiten, an Perspektiven überflutet wird,
so dass man gar keinen Stand behält,
gar keinen Platz
von dem aus man mit Leichtigkeit urteilen kann.

Weil die Welt, ohne Filter, viel zu komplex ist,
um sich ein Urteil zu erlauben,
weil man sich dann nicht mehr wagt,
als zu tasten und zu versuchen,
vorsichtig und behutsam,
wie eine erste Hand die eine fremde Pflanze,
ein fremdes Geschöpf berührt;
wie eine Kinderhand die Kontakt aufnimmt,

wenn noch alle Filter bedeutungslos sind.

PGF 12/16

6 Kommentare zu “Filter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s