Gestern

Gestern war ich lange unterwegs, so lange, dass ich irgendwann das Gefühl hatte gar nicht mehr anzukommen.
Den ganzen Tag habe ich viel gehört und Viele gesehen.
Wie ein Meer, welches viel zu viele Flüsse in sich aufnehmen muss und nicht mehr kann – aber das Meer ist unermesslich.
Ich weiß nicht, wie spät es war, als ich nach Hause fuhr.
Es war dunkel und die Landstraße durch den Wald eng und kurvenreich.
Für einen Moment war ich aus der Zeit gelöst: das Auto hätte Pferd, die Straße ein Waldweg sein können.
Mein Schicksal? Eine wichtige Botschaft durch die Nacht zu tragen.
Mein Ziel? Ein geheimes Kloster, eine mächtige Burg.
Die Grenzen meines Ichs lösten sich aus dem Gewordenen.
Menschen und Stimmen hatten mich den ganzen Tag umgeben, Dunkelheit und Stille umgab mich in der Nacht.
Das alles war gut, weil es die Chance auf dieses eine Leben ist.
Erwarte es nicht, vergeude es nicht, lebe es: hell oder dunkel, laut oder leise.

PGF 11/16

14 Kommentare zu “Gestern

  1. Ja, toll erkannt, dieser Moment in der Nacht, wenn man plötzlich alles (andere) sein kann. Mir persönlich (wie öfter mal) zu dick in Richtung Kitsch aufgetragen („Dunkelheit und Stille umgab mich in der Nacht“), aber trotzdem sehr schön 🙂
    Und: Grade bei diesen Worten kapierte ich nicht, wieso Du nicht mit „Dunkelheit“ eine neue Zeile beginnst.

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