Verzweigungen

Dessen sei sicher: Wenn sie wüssten, würden sie nicht so schnell urteilen, wenn sie aber urteilen, so wissen sie nicht viel.

PGF 11/16

8 Kommentare zu “Verzweigungen

  1. Bei Aphorismen drängt sich mir immer der widersprechende Unk(en)Geist auf, bedingt die Form doch den umkehrbaren Inhalt: Wer viel weiß, kann schnell urteilen. Wer nichts weiß, hat eben keine Ahnung 🙂

    • Ich sehe die wunderschöne Aufgabe eines Aphorismus gar nicht darin Denken zu beenden, sondern in Gang zu bringen.
      In meinem Bild ist das schnelle Urteil ein Keimling, das langsame Urteil eine reich verzweigte, alte Eiche
      Und, um den Ball im Spiel zu halten: Wer viel weiß, urteilt gar nicht mehr 😉

      • Das klappt bei mir halt nur, wenn sie wie im Lichtenbergschem Sudelbuch mich ob der Sprache so verblüffend umhauen. Mein Zurück-Schuss: Wer viel weiß, teilt Wissen gerne. Mitteilen heißt dann auch urteilen (es sei denn man heißt, um da doppelwortdeutend zu spielen, Sokrates und stellt immer nur dumme Fragen im Dialog. Oh Mann, in dieser Klammer habe ich ja ein paar Schüsse auch gegen mich .. äh 🙂 ).

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