Das Universelle

Ob Rilkes Panther, Goethes Werther, Hesses Steppenwolf: es mögen unterschiedliche Autoren sein, in all diesen Werken (wie in noch anderen) ist etwas universelles, das in jedem Mensch eine ähnliche Regung auslöst – ob er es zulässt oder nicht.
Jeder, der in diesen Zustand gerät, kann – ganz gleich auf welchem Weg – wieder andere berühren.
Wir fühlen mit, was wir zu fühlen gelernt haben, aber noch tiefer, was von Anfang an in uns ist: Was uns der Regen gelehrt hat, in ganz frühen Tagen oder ein mächtiges Gewitter, eine stille Nacht im Winter oder ein herrlicher Sommertag.
Wenn wir uns darauf einlassen, auf diese großen Rhythmen der Jahreszeiten, der Tageszeiten, entwickeln wir ein Gespür für das Große um uns: ein Gefühl von Zugehörigkeit und damit Stabilität – unersetzbar –
sich erkennen heißt, sich verbunden fühlen,
verbunden in einem Sinn,
den zu enthüllen,
wir vielleicht nicht beauftragt sind
aber den wir
auf geheimnisvolle Weise
zusammen leben …

PGF 10/16

19 Kommentare zu “Das Universelle

  1. Ha! Ich denke, es gibt keine Messlatte für Qualität in der Kunst und alles ist nur Geschmackssache? Treffe ich da frohlockend jubilierend auf einen Widerspruch?
    Herzlich an den See grüßend!

    • Mooooment!
      Nö!
      Qualität wäre nicht die richtige Begrifflichkeit.
      Weil es auch schlichter geht: eine Flötenmelodie beispielsweise oder ein einfaches Pastellbild …
      Es ist eher eine Kategorie des Herzens oder der Seele.
      Keine des Kopfes.
      Keine „Kritik der Urteilskraft“ und warum „Eine Rose als schön empfunden werden muss“.
      Nichts was man denkt, nichts was unmittelbar in den Zeilen der genannten Texte steht, sondern etwas, dass man beim Lesen spürt.
      Nicht messbar – zum Glück.
      Aber guter Versuch 😉
      Und herzlich, kommen die Grüße zurück.

      • Eingeschränkte Zustimmung: Ich glaube wirklich nicht, dass ein „einfaches Pastellbild“ oder eine nicht gekonnte Flötenmelodie (ich erinnere mich mit Schrecken an Blockflötenunterricht) wirklich JEDEN so berühren, wie zwangsläufig jeden Rilke, Goethe oder Hesse in ihren besten Texten berühren. Wenn Pastellbild, dann muss es etwas sein wie Degas, wenn Flötenmelodie, dann die vom Nachmittag eines Fauns. Und das ist dann doch der universellen Qualität von Kunst geschuldet.
        Danke für die zurückgekommenen, wellennassen Grüße 🙂

  2. Genau, es geht um Verbindung, Verbunden-Sein. Noch ein Zitat von Hesse: „Unsere Bestimmung ist, die Gegensätze richtig zu erkennen, erstens nämlich als Gegensätze, dann aber als die Pole einer Einheit.“ (Glasperlenspiel)
    Verbundenheit, Synthese ist zuletzt immer stärker als Trennung, größer.

  3. „Wir fühlen, was wir zu fühlen gelernt haben…“ Ja, so ist es, allerdings haben wir im Zeitalter der Komplexität leider keine Intuition mehr für diese Welt. Die konnten wir im Zuge unseres Fortschritts wohl (noch) nicht entwickeln

    • Ich glaube der Schlüssel liegt in der Kindheit, damit steht und endet unser Fortbestand. Wer als Kind nicht die Chance erhält Bezug zur Natur zu erwerben, wer nicht mehr lernen darf zu fühlen, weil er mit Einstieg in die Kindergrippe funktionieren muss, der wird kein Wertegefühl für diese Welt entwickeln, sondern als Konsument seine Pflicht im Hamsterrad erfüllen.

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