Sontland

Seit elf Jahren beschäftige ich mich nun mit diesem Manuskript, das ich 2007 unter dem Titel „Die Revolte“ zum ersten Mal veröffentlicht habe. Erfolglos.
Es gehört in eine Zeit, in der ich mich ausdrücklich darum bemüht habe „Literatur“ zu schreiben und jeden Unterhaltungsaspekt, mehr oder weniger, ausschloss. Wie erwähnt, erfolglos.

Mit den Jahren habe ich eingesehen, dass man durchaus unterhalten kann und etwas vernünftiges schreiben.
Auf meiner persönlichen Erlaubt-Skala hat sich zwischen
0 = nix als plumpe Unterhaltung und
10 = Nicht mal von Goethe/Mann/Dostojewski erreicht,
ein Feld von sagen wir 5 bis 7 gefunden, in welchem ich mich ziemlich wohl fühle.
„Die Heimkehr“ und „Die Rückkehr“ stünden da, je nach Betrachter zwischen 4 und 6, mit der „Revolte“ wollte ich unbedingt bei 10 landen. Wohlgemerkt nicht im Sinn von Qualität, sondern im Sinn von Sinnhaftigkeit gegenüber Spaßkultur.

Das neue, völlig überarbeitete Manuskript der „Revolte“, welches unter dem Titel „Sontland“ erscheinen wird, würde ich auf eine 7 setzen. Auch, weil sich meine Definition von dem was ich kann und dem was ich will verändert hat. Tatsächlich hatte ich einige erhebliche Zweifel, ob ich mit der „Heimkehr“ nicht einen Verrat an dem begehe, was ich mir mit dem Schreiben erhoffe. Aber nicht nur der Zuspruch, den sie gefunden hat, sondern auch, der Spaß den ich beim Schreiben hatte und der sich mit der „Rückkehr“ noch mal bestätigt hat, zeigten mir, dass Freude beim Lesen und Schreiben nicht minder wichtig sind, wie Intention.

Ich nähere mich also, in gewissem Sinn, mir selbst an und die entstandenen und die hoffentlich noch kommenden Manuskripte sollen alle keine Nullen sein, aber sie müssen auch die zehn nicht erreichen. Sie sind okay, wie sie sind, wenn ich mein Bestes versucht habe.

Und „Sontland“?
Sontland ist ein fiktives Land im nördlichen Baltikum, grau und kalt, in dem sich eine politische Revolution anbahnt. Das Land ist arm, die Politik diktatorisch. Die Menschen kämpfen täglich um das Überleben und sehnen sich, nach der trügerischen Freiheit des Westens.
Ihr Präsident versucht die Veränderung aufzuhalten, er hält fest an einer Macht die ihm entgleitet. Vielleicht übt er sie besser aus, als alle denken?
Und das Volk? Ist es Gier oder Freiheitssinn die revoltieren?
Wer ist bereit, all die Opfer zu bringen, die jeder blutige Umbruch fordert? Wer sind die, die mit ihrer Trauer zurück bleiben?
Davon erzählt „Sontland“.

PGF 10/16

3 Kommentare zu “Sontland

  1. Rezension zu »Sontland« | wordBUZZz

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