Wandern

Mein Leben ist ein Wandern.

Hinein in die Städte mit ihrem Trubel und ihren Festen, mit ihrem selbstvergessenen Rausch aus Fortschritt und Bequemlichkeit … und dann wieder hinaus: weit, weit hinaus in die Einöden der Seele, in tagelange Einsamkeit auf staubigen Wegen zwischen zerklüfteten Felsen.

Ein Wandern mit Gefährten: mit frohen und düsteren, mit redseligen und schweigsamen, im großen Schwarm oder nur zu zweit – eine Weile in eine Richtung. Bis sich die Wege auflösen: hin zum Meer oder hin zu den Bergen …

Es ist ein Wandern, weil manchmal die Wege leicht sind, weil sie manchmal schwer sind, weil sie scheinbar vergeblich und scheinbar richtig sind, weil das nie ganz klar ist, bis zum Ziel – die Erde würde sich unter mir wegdrehen, wenn ich stehen bliebe, um das sicher zu erfahren.

Und noch in Träumen wandere ich. Wandere entlang von dunklen Küsten und vorbei an lachenden Gärten, denn die Welten, zwischen denen wir wandeln sind immer in Bewegung – und selbst der Tod nur eine schaurige Illusion.

Selbst die Gestirne wandern auf ihren vorbestimmten Wegen, sie wandern heiter und gewiss, sie wissen, wenn sie wandern, können alle Dinge werden, würden sie aufgeben, hadern, zweifeln, alles ging zu Grunde.

Aber der Baum, der wandert doch nicht, der steht doch fest verwurzelt an seiner Stelle! Und wandert dort dem Himmel entgegen und wandert sich verzweigend auf ganz unterschiedlichen Wegen hinauf und wer weiß – zurück …

Ist alles Leben ein Wandern?

PGF 09/16

7 Kommentare zu “Wandern

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