Was fehlt

Bücher schreiben und veröffentlichen, gleicht, wie alles, dem Schicksal des Sisyphos. Camus hat ein vorzügliches Essay dazu geschrieben.
Das Schreiben dem mühsamen Ersteigen des Berges, das Veröffentlichen dem Gipfelglück. Ehe es wieder abwärts geht, in die Tiefen der Ideensuche und Ideenlosigkeit.

Vielleicht konnte die Geschichte des Sisyphos nur in Griechenland erdacht und nur von einem französisch-algerischen Schriftsteller übernommen werden, weil beiden „etwas“ fehlt …
Weil, in meinem Fall, wenn ich daran denke, mich einen Hügel hinauf zu quälen, mir sofort Schnee einfällt, und hundert Bilder der Kindheit in mir aufsteigen: wie ich Tritte hinterlasse, wie mich das Knirschen und das weite Weiß faszinieren.

Aber es ist noch mehr: in meinem Bild kommt man nicht erschöpft und ernüchtert oben an, sondern man zieht die ganze Zeit freudig einen Schlitten hinter sich her. Und mit einem Schlitten und Schnee macht die Abfahrt, macht das Abwärts Spaß.
Auf dem Weg nach unten stellt sich die Lust und die Freude ein, wieder hinauf zu steigen, das Tal hinter sich zu lassen und zu versuchen was möglich ist.

Camus hat es geahnt! Nicht umsonst rät er, sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorzustellen.

PGF 09/16

4 Kommentare zu “Was fehlt

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