Rule, Britannia! Britannia rule the waves …

Die Erde bebt und das ist gut für Europa. Die ersten Forderungen werden laut, ein Referendum für die EU-Zugehörigkeit Schottlands zu starten, selbst eines für London soll initiiert werden. (Sagt: B5 aktuell)
Gleichzeitig bringen sich die Hardliner in Holland, in Frankreich in Position das Volk gegen Europa zu stimmen und den Briten zu folgen.
Alle Länder wirken in der Entscheidungsfindung tief gespalten. Es handelt sich meist um ein 51:49. Es gibt keine Klarheit. Man weiß nicht wo man hin will – oder will man schon dahin? Nur nicht so, wie es gerade vorgegeben ist?

Das ist meine Wahrnehmung: Die Menschen wollen Europa, sie wollen es nicht in der gelebten Form: gegen ihre Interessen, gegen ihre Meinung. Aber durchaus und ganz entscheidend als Friedensprojekt.
Damit kommen wir der Sache näher. Statt stumpfsinniger Abhängigkeiten, wie dem Euro, sollten sich die Regierungen daran machen, ein verbindliches, europäisches Grundgesetz zu entwerfen, das in ganz Europa vor Ausbeutung schützt und Meinungsfreiheit garantiert. Das ein pluralistisches Miteinander entstehen lässt und dem selbstzerstörerischen Neoliberalismus den Kampf ansagt!
Die Börsen waren in erster Linie geschockt. Die Banken hecheln und heucheln nach Sicherheit. Das Europa das jetzt bedroht ist, ist das der Finanzwelt, nicht das der Völker!

Merkel wird es nicht richten, sie spricht von Europa als Friedensprojekt und macht uns zum drittgrößten Waffenexporteur.
Sie ist nicht offen für Flüchtlinge, sie hat kein Konzept, wie sie sie verhindern kann.
Sie wählt die falschen Bündnispartner und spaltet die Solidarität mit der Wirtschaftsmacht die sie verkörpert.
Von Schröder hat sie ein anderes Europa übergeben bekommen: ein sich öffnendes Russland, ein Europa mit einer gesunden Abgrenzung zu den USA. Angesehen in der Welt, weil es nicht in jeden Krieg zieht.
Sie wird nicht diejenige sein, die ein neues Europa gestaltet. Sie ist verbrannt und unglaubwürdig.
Steinmeier scheint das zu begreifen, ob er es kann, ob er seine, in Grundfesten zerstörte Partei, einen kann wird sich zeigen.

Die Briten haben alles richtig gemacht: Sie ringen um Europa, sie zeigen, welches Europa sie wollen und welches nicht. Sie drohen dabei auseinander zu brechen oder aber: eine neue Union zu finden.
Helfen wir ihnen!

PGF 06/16

8 Kommentare zu “Rule, Britannia! Britannia rule the waves …

  1. „Das Europa das jetzt bedroht ist, ist das der Finanzwelt, nicht das der Völker!“
    Ich weiss nicht, ob ich dem zustimmen kann, schliesslich wählen die Völker. Ja, ich weiss ein schwieriges Feld – ich versuchte eine Annäherung auf meiner Seite …

    ich grüsse dich herzlich Ulli

    • Nun, vielleicht entsteht der Eindruck die „Völker“ dächten so, weil sie alle vier Jahre eine Stimme abgeben dürfen, die im Handeln der Regierenden gerade so viel Eindruck hinterlässt, wie ein Stäubchen auf einem Wal kurz bevor der abtaucht.

      Aber, es ist auch meine Hoffnung, dass die Mehrheit nicht so denkt …

      • Das glaube ich allerdings auch, dass die Mehrheit nicht so denkt, aber ich wünsche mir, dass sie es endlich auch zeigt, z.B. bei der Wahlbeteiligung und indem sie aufsteht und sich empört, das ist mir nämlich viel zu leise geworden in den letzten Jahren, auch wenn wir uns die Finger wund schreiben!

  2. „Die Briten haben alles richtig gemacht“ – Das würde ich nicht unterschreiben.
    Sie haben sich gespalten – Alt gegen Jung (was ich schlimm finde), Stadt gegen Land, England und Wales gegen Schottland und Nordirland. Außerdem scheint mir da irgendwie zu viel Fanatismus und Egoismus durch. Und viele scheinen gegen etwas ganz anderes gestimmt zu haben, als auf dem Wahlzettel stand.
    Alles richtig machen kann keiner, aber da, scheint mir, ist doch ziemlich viel nicht gut oder gar richtig schlecht gelaufen, zumal führende Brexit-Befürworter jetzt tiefstapeln bzw. plötzlich nach der Wahlk verbal abrüsten – hätten sie das nur mal vorher getan, dann wäre der Riss durch die britische Bevölkerung vielleicht nicht so krass ausgefallen.

    • Ja, der Bleistift war frisch zu gespitzt … Gedacht war nicht der Brexit, sondern dass sie die Dinge in Bewegung bringen. Ich halte das Europa, wie es ist für falsch gebaut, es ist ein Europa das Handelswege und nicht Werte, als zentrales Ziel hat. Der Brexit bietet eine Chance dies zu ändern.

      • Aber gerade das wollen viele Briten ja nicht – sie wollen nur günstige Handelswege, auf gemeinsame Werte pfeifen sie. Natürlich nicht alle, aber even viele Brexit-Befürworter, die ihr eigenes Süppchen kochen und andere EU-Bürger draußenhalten wollen, ohne Handelseinbußen (was aber vermutlich nach hinten losgehen wird).

      • Rein rechnerisch wollen es 49 % von 70 % die gewählt haben und auch da ist das Bild nicht einfach.
        Wir hatten kürzlich Besuch von zwei Freunden aus Wales, die ganz und gar nicht, wie die walisische Mehrheit den Brexit wollten. Das färbt meinen Eindruck natürlich.
        Gerade, weil die wirtschaftlichen Aspekte auch politisch, auch beim Euro immer in den Mittelpunkt gestellt werden, gerade deshalb müsste man jetzt die Chance ergreifen, eine andere Bindung zu suchen.
        Und da bleibt es Demokratie, dass eine Mehrheit dagegen sein kann.
        Ich sehe Europa neben den USA, neben China, Russland, dem stillen Indien, den arabischen Ländern nur als Einheit lebensfähig.

      • Ja, ein auseinanderfallendes, zerstrittenes und hauptsächlich mit sich selbst beschäftigtes Europa wird seinen Bürgern wenig Gutes bringen.

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