Die Chance

Immer, wenn Themen unter den Deckmantel des Tagesgeschäftes zu rutschen drohen, ist es besonders wichtig, sie noch mal raus zu kramen, auch, wenn der Tod Erika Bergers – Gott habe sie selig – auch einen gewissen kulturellen Verlust bedeutet.
Das Leben bietet uns, immer wieder wundervoll Gelegenheiten unsere Versprechen und Vorhaben zu beweisen, und zu zeigen wie sehr wir, auf Worte Taten folgen lassen.
Häufig geschieht dies, bei runden Anlässen. Aktuell rundet sich unser damals strahlend verkündetes:

Die Welt zu Gast bei Freunden.

Manche werden sich erinnern, wie wir im schwarz-rot-goldenen Jubelrausch Gefahr liefen zu sabbern oder zu ejakulieren, vor lauter Beglückung über unser eigenes Gut-Sein.
Kosten lassen haben wir uns das Ganze etwa 6,2 Milliarden Euro (Quelle: http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/milliarden-fuer-den-sport-die-fuenf-teuersten-wms-a-975636-2.html) Für vier Wochen eine stolze Summe.
Fairerweise muss man dazu sagen, in der Hoffnung, es käme zahlungswilliges Publikum, das wieder geht und nicht verwahrloste Kriegsflüchtlinge mit Bleibehoffnung.
Okay, die gemutmaßten 50 Milliarden, die uns in den nächsten beiden Jahren die Flüchtlingskrise kostet (Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-02/fluechtlinge-haushalt-kosten-studie-iw) klingen wuchtig. Aber rechnet man die 6,2 Milliarden x 24 kommen wir bei schlappen 148,8 Milliarden an, die wir für den gleichen Zeitraum für sportliche Großveranstaltungen zu zahlen bereit gewesen wären.
Tja die Wahl fällt manchmal schwer zwischen (überspitzt formuliert) englischen Hooligans und syrischen Flüchtlingen.

Aber, „zu Gast bei Freunden“ sollte das nicht beide Gruppen umfassen?
Ach die Zahlen und Fakten sind lästig.

Der BER (nicht fertig) liegt mittlerweile bei 6,8 Milliarden – für nix.
Hätte man das Geld nicht verantwortungsbewusster anlegen können? In Schulen oder Krankenhäusern?

Man hätte damals ehrlicher sein müssen, dann hätte der Slogan gelautet:

Die Welt zu Gast bei Bescheuerten.

13 Kommentare zu “Die Chance

  1. Wir diskutieren immer darüber, was uns wie viel kostet und ob wir uns dies uns jenes leisten können. Diese Diskussion wird vorgegeben von denen, die über das Geld der Superreichen und Großunternehmen wachen, denn das Geld ist da, man muss es nur 1. einnehmen und 2. ausgeben wollen.

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