Arbeitstag

Ich gehe am Morgen über die grüne Wiese und sehe zum Teich hinüber auf dem die Enten treiben. Ich steige ein und fahre los, und fahre zwischen Feldern und Sonnenaufgang über die Welt und meine Gedanken bekommen Flügel.
Ich steige aus. Ich gehe die Stufen. Ich kleide mich um und plane den Tag. Manche von denen die mir anvertraut sind, sind zu schwach zum Überleben, andere werden genesen. Ich stelle mich darauf ein.
Wenn Maschinen ihr Leben erhalten, unterhalten wir uns wortlos. Ich helfe und ermuntere, sie kämpfen und bangen. Wenn das Leben in ihnen stark geworden ist, erzählen sie von all dem was sie nicht erzählen, was sie nicht sagen konnten, in den Tagen zwischen Leben und Tod.
Wenn meine Arme müde sind gehe ich zum Essen. Wir unterhalten uns, wir noch-Gesunden, über das was wir sehen und das was wir erleben. Denn nach dem Essen werden wir weiter ringen mit dem Schicksal, mit der Krankheit, um das Leben, für die Hoffnung, für ein Ziel …
Dann ist der Zeiger vorgerückt, weiter als die Sonne am Himmel wandern konnte, denn sie steht hoch und hell und leuchtet über alles Leben, über das verzweifelte und das frohe. Ich ziehe die Bilder und die Kleider aus und gehe hinaus.
Unter blauem Himmel gehe ich meinen Weg. Ich steige ein und fahre zwischen Feldern und Laubschatten und meine Gedanken sehnen sich nach Flügeln.
Ich steige aus. Sehe zum Teich hinüber, sehe nach den Kirschblüten. Während ich über die grüne Wiese spaziere denke ich nicht an Morgen. Tage sind kostbar.

PGF 05/16

3 Kommentare zu “Arbeitstag

  1. Diese Arbeit tagtäglich zu machen, zwischen Tod und Leben, Hoffen und Bangen – dazu gehört schon was! Chapeau und pass immer gut auf DICH auf!

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