Nächtliche Betrachtung

Sterben ist ein Ermüden, ein die Lust verlieren, ein Abfallen, Abwenden von dem was ist.
Sterben ist leicht, wenn es sich so vollzieht.
Sterben geschieht jeden Tag.
Jeden Tag ermüden wir, verlieren an etwas die Lust, fallen ab, wenden uns ab.
Nur, dass wir uns Neuem zuwenden, Lust wieder gewinnen, weil uns etwas lockt.
Deshalb ist das letzte Ermüden unheimlich: wir wissen nicht was uns erwartet, wir können uns nicht ermüdet abwenden und mit Lust dem zu, das kommt.
Mit pochendem Herzen und verkrampften Eingeweiden werden wir geschoben.
Wir kämpfen dagegen: lange, verzweifelt, bis wir ermüdet sind.
Bis es so schwer ist, dass wir alle Lust verlieren.
Dann – dann fallen wir ab, ein letztes Mal und wenden uns weg …

PGF 04/16

11 Kommentare zu “Nächtliche Betrachtung

      • Danke, aber es ist tendenziell eher ein Glücksgefühl. 🙂
        Ich finde, beim Fußball die Trainierpersönlichkeit fast spannender, als die Teams.
        So war ich gestern mehr bei Liverpool, als bei Dortmund. Ja, ich weiß ich bin nicht Patriot genug 😉

        Vielleicht nochmal kurz zum Kernthemen: Ich schreibe sehr selten über aktuelle Gefühlszustände, sondern beobachte oder reflektiere.
        Ich habe täglich mit Menschen zu tun, die an der Schwelle zwischen Leben und Tod stehen (die meisten schaffen es zum Glück). In dem kleinen Text sind die Beobachtungen eingegangen, die ich nicht anders, als Ermüdung beschreiben kann. Es gibt Patienten die kämpfen und es gibt die, die des Kämpfens müde sind.
        Die Kämpfenden haben meist noch ein Ziel, sie wollen noch mal etwas. Die anderen werden irgendwann mürbe und wenden sich ab.

        Für uns Lebende ist der Tod meist etwas an der Peripherie, ich glaube er steht im Zentrum.
        Und genau deshalb liebe ich Fußball-Spektakel: einfach ein paar Stunden gedankenlose Emotionen … 😉

        „Und solang du dies nicht hast:
        dieses Stirb! und Werde!“
        Goethe

      • Ich genieße es auch, wenn die Kamera auf die Trainer zeigen, die sich in Zeitlupe die Haare raufen.
        Bei Ihrer Tätigkeit müssen Sie abschalten, damit sich die Psyche erholen kann.

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