Und seien es Abgründe

Wir schreiben ja, weil wir irgendetwas lieben und, wenn es Abgründe sind.
Deshalb irren wir, empfindsam wie Verliebte durch die Welt, weil wir überall etwas fassen, erfassen, verstehen, erklären, liebenswert machen wollen. Und seien es Abgründe.
Deshalb stammeln wir, wenn wir schwärmen wollen und, wenn wir erzählen, taumeln wir unsicher auf zerbrechlicher Hoffnung, die mit jedem Wort neue Risse bekommt. Weil alles zu schwer, zu gewichtig und zu schön ist, auch, wenn es Abgründe hat.

Wir können deshalb nicht aufhören.
Es fällt uns oft alles aus den Händen.
Wir versuchen es zu halten.
Der Mund ist trocken und wir husten Gedanken.
Zwischen Gipfeln die uns überwältigen und Abgründe die uns verschlingen wollen.
Wir – nur mit Worten.

Man hat uns all unsere Fehler erklärt, aber wo wir nicht irrten – wer weiß das?
Also schreiben wir es auf, damit es nicht vergessen wird.
Auch, wenn wer lacht oder spuckt oder schimpft.
Wenn wir schreiben haben wir etwas ganz anders im Sinn.

PGF

6 Kommentare zu “Und seien es Abgründe

  1. wunderbar, lieber peter – ja!
    dieses schrieb ich kürzlich, und irgendwie passt es zu deinen zeilen, deshalb häng ichs dir einfach mal an.
    sonnige grüße!
    diana

    risse
    im gedicht
    hohle wörter, brüchig
    was werde ich morgen
    schreiben

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