Muss es immer schwer sein?

Es gibt Tage und sie sind nicht selten, da sind mir meine Zeilen viel zu schwer.
Viel zu schwermütig und nachdenklich und spiegeln viel zu wenig die Freude und den Glanz des Lebens wieder, das mich glücklich macht.
So als würde ich immer nur vom Abfall und dem Aufräumen erzählen und nicht vom Fest und dem guten Essen.
Es scheint, als wolle sich immer die Wehmut verewigen.

Natürlich, das ist nicht zu leugnen, verewigt sich gerade mit ihr die Freude über das Schöne, welches der Vergänglichkeit Preis gegeben ist.
Doch man kann dem Pathos, man kann der Worte, man kann dem ewig rollenden Stein überdrüssig werden!
Es ist ein wenig sensibles „Ach, halt die Fresse!“, das die Windungen des Hirns und des Herzens durchläuft, wie Eiswasser.

Aber – und dies aber ist wichtig – ist dies Empfinden Inspektion oder Projektion?
Bewerten wir manches, was wir gerne tun, nicht deshalb negativ, weil es unablässig negativ bewertet wird.
Weil in einer Gesellschaft die auf Leistung und Oberflächlichkeit basiert Widerläufiges obsolet werden muss!
Weil sich Geringschätzung auf dem zarten Gefäß des Empfindens, wie fettige Fingerabdrücke, abzeichnen, bis es trübe wird.

Macht das die Zeilen schwer, die nur zart sind?
Ich weiß nicht.

PGF 02/16

26 Kommentare zu “Muss es immer schwer sein?

  1. „Ach, halt die Fresse.“
    Mich deucht, Du sprichst mir aus dem Herzen. Erst heute dachte ich ähnlich.
    Ich schätze es ist beides: Inspektion und Reflektion. Denn, inspiziert man nicht erst und reflektiert dann?
    Herzliche Grüße!
    Silvia Meerbothe

  2. Lieber Peter, wenn ich dich lese, dann lese ich vieles, die Schwermut, die Wut, die Traurigkeit und dann den Glanz des Lebens, deine Freude daran, dein achtsames Hinspüren und in Worte fassen, diese ganz spezielle Peter-Liebe zum Leben, deine Hinwendung zu dem, was stinkt, aus Liebe heraus! So wenigstens lese ich dich und ich will das nicht missen. Bloss nicht die Fresse halten! Schweigen gibt es schon genug im Land.
    Und das andere sind die anderen, ihre Missgunst, ihre Geringschätzung, ihre Ignoranz, ihr Neid, ihre Nichtbeachtung, so what?!

    Wenn nur eine oder einer … und wie ich las sind es mehr, viel mehr und ich bin eine davon …

    herzliche Grüsse
    Ulli

  3. ich kann ulli nur zustimmen – und ich schenk dir (nicht nur dafür) gern ein ❤ – eben, weil in deinen texten immer so viel herz steckt und herzblut. bei mir kommt jedenfalls auch viel mehr an als schwere oder schwermut, sondern immer intelligente reflektion, geboren aus einem JA zum leben.
    also, ❤ – liche grüße dir! 😀

  4. Wehmut, Schwere vs. Glück des Lebens….
    Beides hat seine Daseinsberechtigung, denke ich.
    Ohne das eine wüßten wir das andere nicht zu schätzen, es wäre zu selbstverständlich.

    Und letztlich sind es die Phasen der Schwermut, des Aufräumens, des Loslassens doch die, die uns freier machen. Frei, um mehr und mehr das Glück des Lebens zu empfinden, oder?

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Es gibt einen schönen Satz von Goethe: „Und solang du dies nicht hast: dieses stirb und werde, bist du nur ein trüber Gast auf der schönen Erde!“
      Das fasst es wohl zusammen.

      Dir einen schönen Tag

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