Cranio-Sacrale-Therapie

Ab Morgen steht eine Fortbildung an. Vier Tage auf die ich mich freue, auch, wenn mich pünktlich eine Erkältung erwischt hat und draußen die Straßen weiß werden. Sind ja Morgen früh nur 200 Kilometer Fahrt …
Ich habe den Kurs schon einmal begonnen, konnte ihn am damaligen Kursort aber nicht abschließen, da sich für die weiteren Teil nicht genug Teilnehmer fanden.

Die Cranio-Sacrale-Therapie ist eine aus der Osteopathie stammende Technik. Vereinfacht gesagt nutzt man bandhafte (ligamentäre) Strukturen die haltend auf unser Nervensystem wirken, um unser „System“ zu entlasten.
Kernüberlegung ist, dass die Knochen unseres Schädels, die durch Knochennähte (Suturen) verbunden sind, nicht verknöchern, wie es die Schulmedizin annimmt, sondern in einem niedrig mobilen Bereich auch beim Erwachsenen beweglich sind. Beim Säugling sind die Schädelknochen und die -verbindungen noch weich, da der kleine Kopf sonst seinen Weg nicht durch den Geburtskanal finden würde. Beim Erwachsenen werden sie stabiler. Für die Schulmediziner unbeweglich, weshalb die CST für strikte Schuldmediziner Unfug ist.

Folgt man der These weicher (mobiler) Suturen, kann man über sanfte Einwirkungen am Schädel Strukturen des Nervensystems beeinflussen: Über die Falx Cerebri, welche die beiden Hirnhemisphären trennt die Hirnrinde (den Kortex) und ihre Funktionen.
Beziehungsweise über den Tentorium Cerebelli (das Kleinhirndach), welche Kleinhirn und Großhirn trennt, beispielsweise die Hypophyse unser wesentliches Hormonorgan. Welche auf Höhe des Kleinhirndachs mit „eingehängt“ ist.

Auf einer nächsten Ebene können wir über den Schädel (Cranium) und das Kreuzbein (Sacrum) die Dura Mater Spinales beeinflussen. Die Dura Mater ist die harte Hirnhaut, welche nicht nur unser Gehirn ummantelt, sondern das gesamte Rückenmark umgebend bis zum Kreuzbein zieht. (Eine Erklärung weshalb man Kopfschmerzen bekommen kann, wenn man auf den Hintern fällt.)
Die Dura ist an der unteren Schädelöffnung, durch die das Gehirn ins Rückenmark übergeht, befestigt: am sogenannten Foramen Magnum und am Kreuzbein (Höhe 1./2. (verknöcherter) Sakralwirbel). Durale Spannungen können über die (peripheren) Nerven Störungen ins gesamte System verbreiten oder zu Einschränkungen führen.
Der durale Sack ist mit dem Liquor Cerebrospinales gefüllt, der Hirnflüssigkeit, die im Gehirn gebildet, im Gehirn und im Rückenmark fluktuiert. In der Cranio-Sacralen-Therapie lernt man diese Fluktuation spüren und auf Störungen untersuchen, um sie wo möglich zu beseitigen.
Es ist eine sehr sanfte Behandlungstechnik (die Drücke sind nicht stärker als 2 bis 4 gr.), die sehr viel mit Kommunikation zwischen Patient und Therapeutenhänden zu tun hat.
Ich bin gespannt.

Ich versuche zwischendurch ein paar Impressionen zu vermitteln.

Wer neugierig geworden ist:

5 Kommentare zu “Cranio-Sacrale-Therapie

  1. Habe es selbst einmal versucht. Es war angenehm, kann aber nicht sagen, ob es wirklich half. Mir wurde mind. 4-5 Sitzungen empfohlen. Ich wollte es auch erlernen, hier in Asien und ich habe es noch nicht ganz verworfen.
    Es gibt Gegner (wie immer) aus der Schulmedizin. Hier ist etwas in Englisch:
    https://www.painscience.com/articles/craniosacral-therapy.php
    Einige dieser Gegenargumente scheinen plausibel.
    Ein Problem ist, dass viele die es probierten nicht ehrlich sind über die Resultate.
    Teil der traditionellen Thai-Massage ist auch Kopf“Massage“. Man empfindet es sehr erfrischend, vielleicht überschneiden sich hier Effekte.
    Viel Spass beim Kurs und beste Grüße

    • Wie bei allem, sollte man auch bei der CST kritisch an die Sache gehen.
      Ich würde einen Kurs nicht verwerfen. Ich nehme an, dass es niemals den schulmedizinischen Nachweis geben wird.
      Messungen sind immer nur so gut, wie ihre Instrumente und hier müssten die Instrumente sehr fein sein.
      Es ist ein Erfahrungswert und eine Frage eines guten Therapeuten.

      Ich bin in jedem Fall der Überzeugung das alle schweren Erkrankungen (Tumore, Aneurysmen, etc.) ausgeschlossen sein müssen, ehe man sich für CST entscheidet. Denn die CST bringt gewiss keine Wunder, sondern kann dort helfen, wo die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß.
      Ich arbeite in einem Bereich der Notfallmedizin, in dem Schulmedizin sicher, das erste Mittel der Wahl ist – aber sie ist auch nur darin wirklich gut.
      Ansonsten beweist sie sich mehr, als sie erbringt. Sie diagnostiziert viel, dass sie noch immer nicht heilen kann. Ein großes Thema.

      Der Kurs selbst muss anatomisch fundiert und in der anatomischen Beschreibung stimmig sein.
      Es gibt (wohl) zwei große Richtungen: Upledger und Sutherland, von denen einer eher auf psychosomatischer Ebene, der andere eher auf der strukturellen Ebene arbeitet. Ich gehöre zur letzten Richtung.

      Wenn es sich bei der Thai-Massage um Nuad-Phaen-Boran handelt, ist die Überschneidung durchaus möglich. Ein Freund von mir, hat über viele Jahre diese Form der Thai-Massage in Asien gelernt und unterrichtet sie mittlerweile in Deutschland.
      http://www.nuadphaenboran.de/index.htm

      Es gibt viele Dinge zwischen Himmel und Erde und am Ende zählt:
      Wer heilt hat Recht 😉

      • „…Ansonsten beweist sie sich mehr, als sie erbringt. Sie diagnostiziert viel, dass sie noch immer nicht heilen kann.“
        Ich stimme zu. Mein Neffe ist Schulmediziner (Heidelberg, summa cum laude!), mein bester Freund ist Heilpraktiker, der sich selbst gerade von fortgeschrittenem Krebs heilte – den übrigens der Schulmediziner übersah.

  2. Kürzlich hatte ich eine Vertretung, meine Physiotherapeutin war krank. So kam ich zum ersten Mal in diesen Genuss und es war so herrlich. Ich bin ohne Schmerzen aufgestanden und das hat auch bis zum nächsten Tag vorgehalten.
    Wenn man das regelmäßig macht, bin ich überzeugt, dass es für eine Weile hilfreich und schmerzlindernd ist.

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