Also feiern wir!

Ich halte gar nix von der christlichen Herkunft des Weihnachtsfestes, von der Geburt eines Gotteskindes, welches uns die Sünden vergeben und die Erlösung bringen müsste. Da soll jeder selbst Hand anlegen und was tun gegen seine Sünden und für seine Erlösung.

Ebenso wenig halte ich von der gleichsam ritualisierten Konsumschelte und dem Abgesang auf die „scheinheilige Weihnachtsstimmung“, weil Feste – und darin liegt ihre Kraft und die hatte auch immer mit Konsum zu tun, ein Mittel sind ein Kollektiv zu bilden. Sie haben etwas vereinendes, genauso wie Fußballweltmeisterschaften, Kirmesbuden und Fastenzeiten.

Wenn diese Zeit und der Jahreswechsel, die Menschen bewusster macht, ist das gut. Das Ritual hat seinen Wert in der Pflege eines Bewusstseins oder einer Handlung, die vom Alltag gefressen wird.

Die vier Kerzen bringen das Licht zurück in die Welt, weil die früheren Menschen wussten, um die Mittwinternacht: dass es bald wieder aufwärts gehen würde.
Das ewige Grün der Tannen hatte für Menschen ohne Strom, Kühlschrank und Supermarkt eine tiefere Bedeutung, das Leben würde wieder aus der Winterkälte erwachen.
Auch ohne Kommerz und Christenheit sorgte der Winter mit Kälte, Not und Nebel für die richtige Dosis Demut und Bescheidenheit, die wir mit Herd, Fenster und Dach abmildern.
Aber sie dringen durch die Ritzen zu uns.

Die Hand des Lebens ist groß: Der Winter, der Tod, die Krankheit – wir können erfinden was wir wollen, wir erleichtern, aber wir gewinnen nicht.
Deshalb sollten wir unser kleines Erdenglück feiern und die Tage nutzen, um zu sinnen, wie wir es auch für die andern und für die künftigen schön und erstrebenswert machen: hier zu sein.

Also: feiern wir!

11 Kommentare zu “Also feiern wir!

    • Sehr schön 🙂

      Kleine Anekdote: In meiner Jugendstammkneipe haben wir regelmäßig gekickert.
      Einmal im Monat gab es ein großes Turnier mit gut dreißig Teilnehmern, welches den Sonntag ausgefüllt hat. Wir waren überzeugt, dass wir alle richtig gut waren.
      Also entschieden wir uns zu einem Profikicker-Turnier nach Wiesbaden (?) zu fahren.
      War in einem 5-Sterne-Hotel. Die Tische wurden per Kamera an die Wand projiziert, damit jeder das Spiel mit verfolgen konnte.
      Ich bildete mit unserem besten Spieler ein Team.
      Die erste Begegnung gewannen wir knapp.
      In der zweiten sollten wir gegen einen 10- und einen 12-Jährigen spielen.
      Okay, die Handschuhe die sie hatten, sahen professionell aus.
      Fünf Minuten später waren wir mit 6:0 aus dem Turnier verabschiedet. Danach machten wir weiter mit unseren Kneipenturnieren. 😉

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