Statt Terror

Je nachdem, wie eine MS (Multiple Sklerose) verläuft, kann es ein Jahrzehnte dauernder Prozess langsamen Verfalls sein oder einer, weniger Jahre. Deshalb trägt die MS auch den Beinamen „Die Krankheit mit den tausenden Gesichtern“.
Bei den rasch verlaufenden, den rasch progredienten, verliert man innerhalb weniger Jahre oder nur Monate die Kontrolle über den eigenen Körper. Man verliert die Fähigkeiten Arme und Beine zu steuern, den Kopf zu halten, dazu kommen Blasenschwäche, unwillkürliche Muskelspannungen (Spastik), Verlust der Sprache.
Am Ende dieses schweren Weges, den der Betroffene bei vollem Bewusstsein erleidet, liegt er von Krämpfen gepeinigt, mit Empfindungsstörungen, in einem nicht mehr steuerbaren Körper gefangen und es folgt (nicht immer) auch das Versagen der Atemmuskulatur, was eine künstliche Beatmung nötig macht oder ein langsames Ersticken.

Die Erforschung der MS (wie aller Krankheiten!) erfordert die Intelligenz und den Förderwillen von vielen, von sehr vielen Menschen. Da nicht nur die Analyse der Krankheitsursache im Mittelpunkt steht, sondern auch die Erforschung der normalen, physiologischen Zusammenhänge und erst dann Ideen zur Behandlung der Erkrankung. (Gerade heute gab es eine Nachricht, dass die MS eventuell im Zusammenhang mit einer gestörten Darmflora steht.)
Neben der Erforschung sind viele Praktiker nötig, um medizinische oder organisatorisch den Erkrankten zu helfen. Ich denke keiner möchte in einem gelähmten Körper langsam ersticken oder zusehen, wie dies ein Angehöriger erleidet. Eine allgemeine Motivation auf Hilfe im Fall der Krankheit besteht wohl.

Damit diese Forscher und Praktiker entstehen, bedarf es einer hochwertigen, humanistischen Bildung (und einer Politik die Bildung fördert und nicht Banken).
Ein Weltbankbericht, mit dem ich mich vor vielen Jahren beschäftigen musste, hatte als Kernaussage, dass die Gesundheit und Bildung von Frauen das zentrale Thema der zukünftigen Menschheitsentwicklung darstellt. Denn gesunde, gebildete Frauen können für gesunde, gebildete (männliche und weibliche) Kinder sorgen. Die irgendwann von gebildeten Männern unterstützt werden. Diese können dann eine humane Zivilgesellschaften aufbauen, in denen vielleicht Antworten auf die großen Fragen der Menschheit gefunden werden:
Stopp der Umweltzerstörung,
Erforschung des Mikro- und Makrokosmos,
überwinden schwerer Krankheiten, wie der MS.

Wir hätten viel zu tun, statt Terror auszuüben, zu erdulden und ihn zu bekämpfen. Wir hätten viele Aufgaben.
Es gibt viele kluge Analysen – für die kein politischer Willen besteht.
Deshalb stirbt gerade wieder ein Kind an Hunger und irgendwo erstickt jemand an einer Krankheit, für die wir keine Lösung suchen.

6 Kommentare zu “Statt Terror

  1. ich glaube schon, daß geforscht wird, nur hat man wohl bis jetzt noch nichts gefunden was die Krankheit stoppt. Ich kenne jemand, die diese Krankheit hat,schlimme Sache.

  2. Wie du schreibst, es ist eine Sache, das Problem zu erkennen und eine ganz andere, die Bereitschaft zu entwickeln, etwas zu tun, Mittel bereit zu stellen und eine andere Haltung zu entwickeln. Bildung und Aufklärung sind es immer wieder, die uns und anderen fehlen, um eine ‚menschlichere‘ Welt zu schaffen.

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