Ist die Zeit der Autoren vorüber?

Der Gedanke stammt von Roland Barthes einem französischen Philosophen, der in seinem Essay „Der Tod des Autors“ eine neue Form der Textinterpretation begründet hat.
Wurden Texte zu erst aus der Biographie des Autors heraus erklärt, so ging man später dazu über den Text aus sich selbst, seiner Entstehungszeit und seinen Entstehungsumständen zu erklären. Was den Autor mehr zu einer Art Katalysator machte. Mit Barthes beginnt die Literaturwissenschaft den Leser in den Mittelpunkt der Textinterpretation zu stellen. Der Text ist so, wie der Leser/die Leserin ihn liest.

Man versteht das am einfachsten im Sinn der feministischen Literatur. Als eine Gruppe von Autoren/-innen Texte so schrieben, dass sie Frauen ansprechen, aufklären, dass sie ihnen gefallen.
Der Text ist das was der Leser liest. Wenn niemand liest, gibt es den Text nicht. Also fast ein bisschen, wie bei Schrödingers Katze.

Witziger Weise lässt sich Barthes Text aus seiner ganz speziellen Lebenssituation erklären. Aber auch durch die Zeit in der er entstanden ist. Und, von mir gelesen hat er sicher eine ganz andere Bedeutung, als von ihm geschrieben.

Womit wir bei: in allem steckt ein Stückchen Wahrheit landen.

Gute Nachricht: Wir leben also noch!

(Also die die es mit dem Leben versuchen …)

Hui, das war knapp 😉

5 Kommentare zu “Ist die Zeit der Autoren vorüber?

    • 🙂
      Ich hatte erst im Sinn den Beitrag
      „Wisst ihr dass wir alle tot sind?“
      zu nennen.
      Habe dann aber kalte Füße bekommen. Man soll den Bogen ja nicht überspannen 😉

  1. Gerade für uns Blogger gilt dieser Satz sogar besonders, denn unsere Texte stehen in der Regel für sich, Informationen über den Autor gibt es kaum, manchmal nicht einmal einen Namen. Die Leser und Leserinnen sind es, die den Text lesen, interpretieren und für sich verstehen – egal, was wir uns dabei gedacht haben mögen. Nicht schön – aber auch nicht zu ändern.

  2. Schön, dass du das Konzept aufgreifst! Ich bin ja Fan von Roland Barthes These und schreie die auch gerne mal Lesern entgegen, die zum Biografismus neigen. That’s so nineteenhundred 🙂

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