Glatt

Ich bekomme es nicht hin. Ich bekomme kein Profil hin, welches eine Zielgruppe bedient.
Nicht, dass ich es will, aber ich müsste. Müsste der SF-Gemeinde vertraut bleiben und nicht plötzlich Lyrik schreiben. Oder den Schwärmern und nicht plötzlich politisch pöbeln. Oder den Engagierten und nicht plötzlich das Gemeinwohl der eigenen Verwirklichung opfern.
Das ruft Unverständnis hervor, ein Gefühl von Diskrepanz. Das distanziert von der Gruppe.
Aber von Gruppen war ich immer distanziert. Gruppe, Herde schienen mir immer synonym. Ich fand es spannend, wie die zu denken, die nicht, wie ich denken. Ich suchte keine Bestätigung meiner Gedanken, sondern neue, vielleicht bessere Gedanken.
Aber der Markt und das Profil und die Identität die fordern etwas anderes.

Dieser Blog – und deshalb pflege ich ihn, trotz allem Zeitmangel, der bietet mir diese Pluralität!
Ich folge Buddhisten, Muslimen, Christen, Hindus und Atheisten, Vegetariern und Allesgenießern, Skeptikern und Optimisten, Idealisten und Gegenwartsanalysten …
Und freue mich aus allen Lagern Gegenbesuche zu beobachten!

Für diese Pluralität Danke ich Euch!

Je stärker wir medial auf Konformismus getrimmt werden, desto wichtiger wird es eigene Synthesen zu bilden.

14 Kommentare zu “Glatt

  1. ich bin nicht sonderlich erfahren in Blogangelegenheiten, aber mir erscheinen gerade die Blogs am interessantesten zu sein, die eben nicht nur Gleichgesinnte bedienen. Unterschiedliche Perspektiven, Herangehensweisen empfinde ich als spannend, weil sie neue Impulse geben! Und Deine Pluralität on top Grund genug, um regelmässig vorbeizuschauen ! (auch wenn ich manchmal als einzige das Zitat verpeile ;-))

  2. Neugierig und offen für vieles zu sein, dabei aber auch – neben dem Respekt für andere Ideen und Meinungen, oder vielleicht gerade aus dem Respekt davor – die eigenen Positionen beschreiben, manchmal auch ertasten, das klingt für mich nach einem spannenden Ansatz. Mir scheint, da stimmen wir in vielen Punkten überein.

  3. Gerade die mehrdeutige Pluralität in der Singularität eines Daseins ist es, die einen Menschen anderen zugänglich machen kann, diese auch wiederum öffnen für etwas Neues und das ist eine sehr individuelle Art der Faszination….
    Ein Blog eignet sich dafür hervorragend.
    Liebe Grüße✨

  4. Der Markt kann ja fordern, was er will, aber der Markt wird doch von uns bestimmt, oder? Und längst unterscheidet sich das, was der Markt angeblich fordert, von dem, was die Realität braucht. Das schönste Beispiel für „Unglattheit“ ist für mich der überaus erfolgreiche Kabarettist Hagen Rether: Stammt von rumänischen Einwanderern ab, ist ausgebildeter Konzertpianist, gibt keine Bücher heraus, betreibt keine eigene Webpräsenz, gibt kaum Interviews, isst während des Auftritts Bananen und poliert den Flügel, an dem er hin und wieder spielt. Nicht mal den Titel seiner CDs variiert er, die heißen alle „Liebe“ und werden durchnumeriert. Aber er redet über ALLES. Und das Publikum vergöttert ihn. Weil er so is‘ wie er is‘. Punkt.
    Wozu also Sorgen machen?

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