Macht es Sinn?

Vor einiger Zeit hatte ich eine „Geschichte“ vom Apfelhändler angekündigt. Heute folgt sie:

Nehmen wir mal an, es wäre Wochenmarkt und ich käme mit meiner Tüte Äpfel zum Nachbarstand und würde meinem Kollegen von meinen Äpfeln anbieten. Der würde, mit Verweis auf seine Äpfel meine ablehnen und mir seine anbieten. Damit nicht genug. Im gleichen Moment kommt ein weiterer Apfelbauer und will uns seine Äpfel wärmstens empfehlen.

Da stehen wir dann. Wir drei Apfelmeister. Die Hände voller saftiger Äpfel die uns der jeweils andere nicht abnehmen will.

Kompletter Unsinn? Na in den Netzwerken unter Autoren täglich zu beobachten. Da gibt es „Gruppen“ wie beim Tanzball: eine Frau und Hundert Männern.

Mein „Macht es Sinn?“ ist ein kleines, kein existentialistisches.
Ein Kieselstein- oder Grashalmzweifel.
Muss ich? Soll ich?
Gibt es nicht genug von mir? Wird sich mancher Kiesel, mancher Grashalm denken …

Ohne den Wert einer Arbeit in den Weiten des Social Web schmälern zu wollen:
Gibt es nicht genug Autoren, Meinungsverbreiter, Bildkommentierer, Buchpräsentatoren?
Ist es ein quirliger Wochenmarkt, bei dem die Käufer froh sind zwischen vielen Äpfeln von drei Bauern wählen zu können?
Oder gleicht es der Öde mit der ein Bäcker dem anderen die Brötchen anbietet?

Macht es Sinn die eigenen Früchte zu präsentieren, und sich zu freuen, dass nicht alles Äpfel sind, sondern Birnen, Kirschen und vieles andere daneben lockt?

Was ist mit dem wirklichen Leben?

21 Kommentare zu “Macht es Sinn?

  1. Sehr schöner Vergleich. Allerdings habe ich den Eindruck, dass es vielen einfach Spaß macht, ihre „Äpfel“ anzupreisen oder zumindest darüber zu schreiben. Da kommen oft Fröhlichkeit und Erfolgsbilanzen rüber. Wird ja dann wohl stimmen.

  2. Ich habe Spaß daran, meine Äpfel anzubieten und wenn sie genommen werden, freut es mich. Die, die übrig bleiben, kann ich ja anderweitig verarbeiten. Solange es Spaß macht, ist doch alles im grünen Apfelbereich, oder?

  3. Wenn ich „es macht Sinn“ lese, runzele ich immer noch die Stirn, auch wenn sich diese Redewendung wohl in unseren Sprachgebrauch eingeschlichen hat und auch nicht mehr vertreiben lässt. Ich denke da immer noch „Stop making sense“. 😀
    Um auf die Frage zu antworten: Es ist nicht sinnlos, also nur zu. 😉

  4. interessante gedanken … und ich denke, jeder der apfelhändler wird andere äpfel anbieten, mit anderen vorzügen 😉
    (ich hoffe, der grashalm hier ist zufall und keine anspielung auf meinen aktuellen blogeintrag? laach 😀 )
    herzliche grüße
    von diana

  5. Das mit dem Sinn machen hat mich lange gestört, mittlerweile finde ich es vom Bild her richtig, kaum etwas „hat“ Sinn, wir „machen“ den Sinn, wir als Menschen sorgen für den Sinn, sonst gibt es keinen. Deshalb produziere ich meine Texte und mache gern auch mal Unsinn. Ein Text und Milliarden, ein Mensch unter Milliarden, einer mehr oder weniger. Egal?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s