Zwietracht und Verständigung

Die Zunahme an Zwietracht, ist für mich der bitterste Aspekt an den vielen europäischen Krisen. Jetzt haben wir es wieder:

Deutsche gegen Griechen
Griechen gegen Deutsche
Deutsche gegen Deutsche die sich für Griechen aussprechen
Deutsche gegen Deutsche die sich für Deutschland aussprechen.
Europäer die gegen Deutsche sind
u.s.w. …

Der Ton macht´s. Ich nehme mich nicht aus.

Wenn ich mich hier für eine andere Perspektive ausgesprochen habe, als die, die medial gezeichnet wird, dann nicht weil ich gegen Deutschland, deutsche Interessen bin, sondern weil diese Betrachtungsweise mir fremd ist.
Ich bin europäisch aufgewachsen. Das hat nicht erst mit meiner Heirat begonnen. Für mich gab es keine Ausländerkinder, sondern nur andere Kinder. Danke an meine (deutschen) Eltern dafür. Die wussten noch was Krieg heißt.

Ich bin auch gar nicht so sehr für Europa, ich wäre noch viel stärker für das was die Vereinten Nationen anstreben, nur eben nicht zentralistisch und konformistisch, sondern dezentral und Plural orientiert an den allgemeinen Menschenrechten!
Nicht überzeugt das alles rosa ist, aber überzeugt, dass es die Richtung ist, in die wir uns bewegen müssen.

Aber das scheint nicht populär.
Das sind eher wieder die nationalen Töne. Ich höre es überall um mich herum. Es erschreckt mich zum Teil wie wirksam die mediale Blickbegrenzung ist. Was ich über Griechen in den letzten Tagen und Wochen gehört habe. Und das mit der Realität vergleiche …
Jedem seine Welt, jedem seine Wahrheit.

Wenn man nicht Teil der Lösung wird, bleibt man Teil des Problems.

Die Lösung? Miteinander reden, statt übereinander; vertrauen, statt Vorurteile nähren.
Noch mal kurz nachlesen, was das mit dem 1. Kategorischen Imperativ war …

12 Kommentare zu “Zwietracht und Verständigung

  1. Guten Morgen,
    „…Für mich gab es keine Ausländerkinder, sondern nur andere Kinder. Danke an meine (deutschen) Eltern dafür. Die wussten noch was Krieg heißt…“
    Die Kausalität beider Aussagen müsste man mir erklären.
    Was den KI angeht, bitte ich Sie, der ist doch ethisch redundant.
    Grüße

    • Die Redudanz diente einfach der Verstärkung. Es gibt auch Zweifel am Offensichtlichen.

      Kinder sind noch frei von kultureller Prägung, wie sich am Beispiel der Sprachentwicklung zeigt.
      Bis zu einem gewissen Alter ist die Sprachmototik fähig jede Sprache zu entwickeln. Erst ab einem gewissen Alter, ich glaube ab zwei, ist die Sprache determiniert und jede andere die man lernt erhält einen Akzent.
      In diesem Sinn sind Kinder (nach meiner Ansicht) kulturell omnipotent und ihre Sympathie/Antipathie (gegenüber anderen Kindern) beruht auf Gemütsunterschieden und nicht auf Kulturunterschieden.

      • Der KI war nicht Ihr Kern-Thema, deshalb nur kurz: Kants deontologische Ethik ist ein philosophisches Trümmerfeld der Vernunft.

        Lassen wir die Linguistik beiseite. Der Mensch als „Rassist“ geboren (wie auch Tiere, im Sinne biologisch-sozialer Veranlagung). Diskriminierung gehört zu den Überlebensmechanismen. Diskriminierung ist nicht anerzogen, aber der Umgang damit, wenn ein Kind beginnt rational zu denken. Kultur ist das Produkt der Instinktunterdrückung.
        Hier dazu mehr:
        https://huaxinghui.wordpress.com/2014/12/20/rassismus-kulturelles-erbe/
        Die Kausalität zu den Kriegserfahrungen Ihrer Eltern ist damit noch nicht erklärt.

      • „Der Mensch aber ist etwas das überwunden werden soll.“
        F. Nietzsche
        (Im (meinem) Sinn von: leben in biologischen Automatismen hin zum reflektierten Menschen, der im Sinn des Überlebens rational und nicht instinktiv handelt.)

        Prinzipiell folge ich eher der Betrachtung J. Bauers in „Prinzip Menschlichkeit“ und glaube das die Destruktivität des Menschen nicht angeboren ist, sondern auf einerfehlerhafte Kulturprägung beruht.

      • Nun ja, mit Verlaub, aber mit Zitaten lässt sich nichts beweisen (obwohl, Nietzsche gehört zu meinen Favoriten, a b e r , ein Anthropologe war er nicht!)

        Die Berufung auf „Menschlichkeit“ empfinde ich als billig, wenn Sie mir den Ausdruck verzeihen. Dies ist kein philosophisches Axiom – sondern der künstliche moralische Olymp moderner Autoren. Die Vernunft sollte den Menschen leiten, keine leeren Begriffe. Das löste auch das Problem der Destruktivität.
        Aber immer noch haben Sie keinen Zusammenhang mit den Kriegserfahrungen Ihrer Eltern hergestellt – meine ursprüngliche Frage.

      • Beweisen lässt sich nie etwas. Es lassen sich nur Quellen und Betrachtungsweisen austauschen. Womit wir wieder bei den Grenzen der Urteilsfähigkeit sind. Die kann man negieren.

        Manche Beweise werden aggressiver vorgetragen, dass macht sie druckvoller aber nicht wahrer.
        Das der Begriff der Humanität dem Sophismus geopfert wird, hebt ihn nicht auf den Olymp, nimmt ihn aber von dort auch nicht weg.

        Und mit Verlaub: Muss ich nicht.
        Ist aber simpel aufzulösen:
        Wenn man den Krieg nicht, wie in Nazi-Deutschland oder im amerikanischen Militarismus zum Heroentum erhebt, ergibt sich nur eine Haltung die ein Mensch mit Kriegserfahrung zum Krieg haben kann: ihn ablehnen.

      • Kriegserfahrung haben sehr viele Menschen. Ich bin noch niemandem begegnet, der (bei Sinnen) Ihrem letzten Absatz widersprach. Kriege werden jedoch nicht w e g e n „Heroentum“ geführt. Kulturelle Homogenität sind kein Rezept für Frieden (siehe z.B. Korea, Vietnam und alle Bürgerkriege).
        Natürlich „müssen“ Sie nichts auf Ihrem Blog. Darf ich es dann versuchen?:
        Sie denken, Instinktunterdrückung und „Toleranztraining“ ersetzen die bitteren Kriegserfahrungen Ihrer Eltern? Die Geschichte beweist, dass die Wurzel des Imperialismus und Kolonialismus in anderen Dingen liegen.

      • Ich würde es eher Instinktevolutionierung und Toleranzentfaltung nennen.

        Allein mir fehlt die Zeit diesen spannenden Dialog fortzusetzen. Das führt zu jeweils verkürzten, pointierten Aussagen die nicht den Dialog, sondern das Missverstehen fördern. Die Ursache für Krieg und Destruktivität umfassen viel, viel mehr als die Begriffe oben und mehr, als dieses Kommentarfeld hergibt.
        Ein Manuskript ist dazu in Arbeit, wenn mir ein Lottogewinn hilft schaffe ich es vielleicht sogar abzuschließen.
        Danke für den Diskurs!

  2. EIN Europa kann m.E. unter den gegebenen Umständen (und auch in den Jahren davor) gar nicht funktionieren, zu groß sind die regionalen Unterschiede. Ich unterstütze da eher deinen Vorschlag, aber wer will den Weg zurück gehen?
    Macht und materielle Interessen kleben förmlich am Euro.
    Und die Schlacht um Griechenland ist noch lange nicht vom Tisch. Primär sollte den Menschen dort geholfen werden.

    • Ja, die Situation ist leider verfahren, weil sie falsch begonnen wurde. Die Vorschläge sind zum Teil abenteuerlich: Nord- und Südstaaten-Europa. Das gab es mal in Amerika mit bekanntem Ausgang. Deshalb sollten Besonnenheit und Diplomatie die aktuelle Diskussion führen. Wäre in Griechenland eine konservative Regierung an der Macht, wäre das 3. Rettungspaket längst beschlossen.

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