From the road

Als ich vor fünfzehn Jahren meine südwestpfälzische Heimat verließ, tat ich das nicht aus Abscheu und Groll. Nicht, wie ich das, noch mal sieben Jahre zuvor bei meinen Fluchten nach Asien getan hatte. Sondern ich verließ sie aus Notwendigkeit. Mit meiner, wie man das heute nennt „Erwerbsbiographie“ war es nicht weit her. Ich hatte als Autodidakt und brotloser Künstler, der sich nicht einmal so nennen durfte, gelebt und musste, um irgendwie in eine stabile Lebenssituation zu kommen, an neuem Ort meine berufliche Basis verbessern.
So verließ ich meine Heimat. Ihre schönen, weiten Wälder, die Alleen und Flussauen, die ländliche Dörferkultur die mal hinterwäldlerisch, mal weingesellig, mal prachtvoll grün und mal von Atlantikregen tagelang grau, ihre Besucher überrascht und verwirrt.
Gedacht war das ganze für drei Jahre. Jetzt sind es fünfzehn. Warum ich nie zurück gegangen bin? Vielleicht, weil es im Leben nie ein Zurück gibt. Vielleicht, weil sich viele Bindungen gelöst und andere entstanden sind. Vielleicht, weil ich Arbeit und Aufgaben gefunden habe.
Aber Heimat bleibt sie mir! Ich glaube fest an den Gedanken „Wo Deine Wiege stand, da ist Dein Heimatland.“

Ich komme heute darauf, weil ich vorgestern einen Anruf der dortigen Tageszeitung erhielt, man wolle in der Samstagsausgabe mein Buch besprechen.
Und siehe da, gestern fand sich der Artikel über den in die Welt Entlaufenen. Leider nicht ganz zu lesen – außer man zahlt. Da ich mittlerweile eine E-Paper-Ausgabe in Händen halte, werde ich ein bisschen daraus zitieren. Eine Freigabe für den ganzen Text habe ich nicht erhalten.

„Doch geradezu revolutionär ist die These, dass die Menschen nur deshalb Fortschritte in Wissenschaft und Technologie machten, weil ihnen (…) Aliens auf die Sprünge halfen.“
„Mit dem US-Hacker, einem Ex-NSA-Mitarbeiter (…) besitzt er eine starke Figur mit der man sich identifizieren kann.“
„Das macht die Sache spannend. Die vielen Andeutungen und Anspielungen (…) sorgen für Aha-Effekte, die kurzen Sätze und die (…) sehr verständliche Sprache tun ein Übriges, den Leser bei Laune zu halten.“
Aber es gibt auch Kritik. Im Wesentlichen zur Gestaltung:
„… ein paar Tipp- und Grammatikfehler sind schon da.“ „Der Zeilenabstand ist extrem groß, oft auch die Lücke zwischen zwei Wörtern.“

zitiert nach Andrea Dittgen

Wer nur die Headline lesen will:

http://www.rheinpfalz.de/lokal/zweibruecker-rundschau/artikel/die-aliens-haben-cern-im-griff/

Also schreibe ich heute mal über meine Heimat, da dort über mich geschrieben wurde.

Und summe:

Ich wünsche euch eine schöne Woche!
Ein Viertel bleibt mir noch an „Die Heimkehr“ bis die Vorarbeiten zum Lektorat erledigt sind. Das sollte bis nächste Woche zu erreichen sein. Wenn dann meine Dozentenvorbereitungen es zulassen, bleibt mir wieder etwas mehr Zeit fürs Worte pressen… Hoffe ich und freue mich.

8 Kommentare zu “From the road

  1. „Heimat“ – Vielleicht das deutscheste Wort überhaupt. Niemand anderer kennt es und niemand anderer kann es auch nur annähernd beschreiben (http://salvaveniaxxl.wordpress.com/2014/03/25/zum-verhaltnis-von-vorstellung-und-wort-innerhalb-der-seele-oder-nur-das-deutsche-kennt-die-ehe-zwischen-spiritualitat-an-sich-und-dem-spirituellen-des-gedankens/).

    Also muß Heimat etwas Besonderes sein.

    Indes existiert Heimat nicht nur im metaphysischen. In der Homöopathie beispielsweise, ist das Medikament, dessen Ausgangsstoffe dem jeweiligen heimatlichen Lebensraum entstammen, allermeistens vorzuziehen und zeitigt die tiefergehenden Störungsbehebungen.

    Also existiert Heimat auch in der stofflichen Welt.

  2. So auch Sie ein Nestflüchter. Mit allem Jucheyh und Weh. Ich trage die Urheimat tief in mir drin und auch alle Zwischenheimaten. Und mir sind überall Lieblingsmenschen geblieben. Es fühlt sich sehr istgutso an. Ich grüße hin zum famosen See, Herr Pe, Ihre Frau Kno.

    • Ja Werteste, so sind wir wohl jene vom Baum springende Apfelsorte, welche sich mit dem bloßen Fallen nicht abfinden will und jetzt durch die Welt flitschend und titschend sich freut, wem man dadurch alles begegnet. Für zwischengezeitiges Heimwehgedenke, falls es klimatisch passt, ist sehr zu empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=-aaLr1FLgj0
      Der Montag kommt, genießen Sie ihn, ihr Nestflüchter im Geiste

      • Dankefein. Genau die richtige Musik, um in den Abend zu enteilen hin gen Haus am Ende des Weges. Erfreut, dem Grauen schreibenderweise begegnet zu sein, Ihre Frau Knobloch.

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