Hände, Herzen und Augen

Irgendwann ist alles gesagt und Worte erübrigen sich.
Es ist alles erklärt und verstanden:
der Krieg, der Hunger, die Not,
das Glück, der Sinn, die Liebe …
aber es ändert sich nichts.
Es bleibt, wie es bleibt,
mit all dem vermeidbaren Schmerz,
der nicht vermieden wird
und all dem erreichbaren Glück,
das vergeben wird.
Erklären bewirkt nichts!
Gut wird es erst durch Hände, Herzen und Augen.

PGF 04/17

Lektionen

Und eigentlich wandern wir alle miteinander.
Nicht durch den Raum.
Durch die Zeit.
Wohl und Weh, welches uns durch Menschen begegnet,
hat nicht mit Gut und Böse zu tun,
mit Moral und Schuld,
sondern mit Wissen und Unwissen,
mit Dunkel und Klarheit,
mit Wachsein und Dämmern.
Was wir erdulden müssen?
Ist das was wir lehren!
Was wir verlieren, ist was wir lernen.
Je klarer unser Blick, je weiter unser Geist, je ruhiger unser Herz,
je schwieriger wird es auch dort zu verstehen und zu dulden,
wo wir einfach glücklich sein möchten,
weil es möglich wäre, wenn alle …
Aber wir sind nicht hier, um glücklich zu werden,
sondern um miteinander zu lernen,
die schweren und die schönen Lektionen.

PGF 04/17

Liebe

Liebe ist nicht gegenseitig.
Sie kann es sein.
Aber sie kann auch einseitig und einsam sein.

Sie ist so wenig gegenseitig, wie die Liebe zur Natur.
Die Wolken ziehen gleichgültig an unserem liebevollen Blick vorüber und die Sonne wirft ihr Licht in die Welt, ob wir sie anbeten oder nicht.
Die gegenseitige Liebe ist ein Relikt des Religiösen, wenn Gläubige Gott lieben, damit er sie ebenfalls liebt.
Was ist Beten anderes, als bitten um Liebe oder Gunst?
Vielleicht hat ja Gott, als er die Menschen verließ, die Liebe zurück gelassen, in der Hoffnung, dass sie doch noch gut werden, in dem sie lieben, um der Liebe willen …

Glückverheißend ist es, wenn die Liebe erwidert wird.
Wenn nicht, verändert sie das nicht.

PGF 04/17